Herzog-Ernst-Platz Die Wüste von Sendling wird bebaut

Wüste zu Wohnviertel: Diese Brachfläche in Untersendling wird ab dem Jahr 2018 bebaut. Foto: AZ-Archiv

Nach rund 14 Jahren gibt es endlich ein Konzept für die Brachfläche am Herzog-Ernst-Platz. Wie’s kommt – und was dort geplant ist.

 

Sendling – Schluss mit Sierra Sendling: Die Stadt will den Grund an der Ecke der Radlkofer- zur Pfeuferstraße bebauen. Nach rund 14 Jahren ist damit nun beschlossen, aus der blamabel-berühmten Brachfläche im Viertel endlich etwas Nützliches zu machen.

Auf den knapp 7900 Quadratmetern sollen neue Wohnungen entstehen, außerdem Apartments auf Zeit, ein Supermarkt, eine Kita sowie Gastronomie. Bauherrin wird die städtische Wohnbaugesellschaft GWG sein.

Wunder in Untersendling gibt’s also doch noch, könnte man sagen. Das ist natürlich leicht übertrieben, aber eine Überraschung ist es schon, dass jetzt auf einmal was vorangeht. Denn Stillstand war auf dem Grundstück gegenüber dem Herzog-Ernst-Platz längst der Dauerzustand.

Die Stadt fand keinen Käufer für das Areal

Die Brachfläche liegt in Untersendling, am südlichen Rand des Neubaugebiets Schwanthalerhöhe, also angrenzend an das Areal, wo früher einmal die Messe war. Auf dem Platz selbst war einst ein Bauzentrum der Stadt. 2002 wurde das abgerissen. Seither ist hier nur noch eine Kiesfläche, auf der zur Wiesn Schausteller ihre Wagerl abstellen durften, sonst aber außer Staub nichts in Bewegung kommen wollte.

Der Grund: Die Stadt, der das Gelände gehört, wollte die Fläche stets verkaufen, fand aber keinen Käufer. Denn sie bot es wohl zu teuer an.

Zumindest für das vorgesehene Baurecht, das eine gewerbliche Nutzung vorsah. Weil ringsum aber schon einige Gewerbeimmobilien leerstanden, wollte sich kein Investor finden, obwohl mehrmals europaweit ausgeschrieben wurde. Ändern wollte das Planungsreferat den Bebauungsplan aber nicht, weil man dann damit auch den Gesamtbebauungsplan der Umgebung infrage gestellt hätte. Und das wollte man nicht.

Ab Anfang bis Mitte 2018 soll gebaut werden

Jetzt hat die Stadt doch noch eine Lösung gefunden, mehr aus dem bestehenden Baurecht herauszuholen, ohne den Bebauungsplan anzurühren.

Neben 172 Wohnungen sollen nämlich auch noch bis zu 100 Apartments in einem Boardinghaus entstehen. Dort sollen bevorzugt städtische Mitarbeiter unterkommen, aber auch andere Wohnungssuchende, die für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten eine Unterkunft brauchen. Von den Wohnungen geht ein großer Teil an einen sozialen Träger, der wohnungslose Frauen betreut.

„Damit ist eine gute Lösung gefunden für ein lebenswertes Quartier“, sagt Ulrike Boesser, Sprecherin der SPD-Fraktion im Kommunalausschuss. „Das wird für den Stadtteil eine echte Bereicherung.“

Baubeginn wird voraussichtlich Anfang bis Mitte 2018 sein. Nachdem der Kommunalausschuss am Dienstag der GWG mit seinem Beschluss den Zuschlag erteilt hat, wird die Wohnungsgesellschaft im Vorfeld des Baus erst einmal einen Wettbewerb zur Gestaltung des Areals austragen.

 

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