Herrsching Mord nach 18 Jahren aufgeklärt

Es war eine Verwechslung! Psychisch Kranker gesteht, dass er 1996 den damaligen Polizeichef töten wollte - und den Falschen erschoss.

Herrsching - Der Unbekannte hatte Josef E. vor dessen Haustür in Herrsching am Ammersee aufgelauert. Als der Bibliotheksangestellte ins Freie trat, feuerte der Mörder mehrmals mit einer Walther PPK auf ihn - bis der 52-Jährige sterbend zusammenbrach. Das war am 8. Januar 1996. Seitdem fahndete die Kripo erfolglos nach dem Mörder. Jetzt hat ein psychisch kranker 65-Jähriger seinem Psychiater die Tat gestanden - 18 Jahre nach den tödlichen Schüssen.

Der Mann war wegen seiner psychischen Erkrankung 2013 mehrere Monate stationär in einer Klinik untergebracht. Im November sagte er seinem behandelnden Arzt, er habe ihm etwas Wichtiges mitzuteilen und wünsche, dass auch die Strafverfolgungsbehörden davon erfahren. Dann gestand er den Mord - und dass er eigentlich den damaligen Leiter der Herrschinger Polizeiinspektion hatte töten wollen. Der Beamte heißt ähnlich wie der Bibliothekar, so kam es zur tragischen Verwechslung.

"Das Motiv dürfte schon damals in der Krankheit des Mannes begründet gewesen sein", heißt es im Polizeibericht. Der 65-Jährige werde mittlerweile in der forensischen Abteilung des Isar-Amper-Klinikums behandelt.

Bei der Kripo Fürstnfeldbruck löste das Geständnis Freude und Erleichterung aus. "Viele Kriminalbeamte waren damals noch unmittelbar selbst mit der Abarbeitung des spektakulären Falls befasst", sagt ein Ermittler. Der mysteriöse Mord habe Angehörige, Bürger und Polizisten gleichermaßen entsetzt. 

 

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