Hermann Zimmere Neuer Wirt im neuen Bräuhaus

Statt der Bier- und Schweinsbratenpreise ist im Schaukasten vor dem „Paulaner Bräuhaus“ derzeit bloß zu lesen: „Wir bauen für Sie um!“ Foto: imago

Umbau bis Sommer am Kapuzinerplatz: Dann übernimmt Hermann Zimmerer die Traditions-Gaststätte. Hier wurde das erste helle Münchner Vollbier kreiert.

München - Der große Gastraum ist schon leer geräumt, am Boden liegt eine Plastikplane. Es sieht schwer nach Arbeit aus im Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz. Bis zum Sommer soll die Wirtschaft komplett renoviert werden. Das bestätigte die Paulaner-Brauerei auf AZ-Anfrage.

Der Ort hat Historie: Genau hier am Kapuzinerplatz soll das erste Münchner helle Vollbier kreiert worden sein – 1889 im „Zum Thomasbräu”. 100 Jahre später eröffnete dann das erste Paulaner Bräuhaus in den Gemäuern. Heute hat es zahlreiche Kopien in Asien, Russland und demnächst auch in New York.

Jetzt, 24 Jahre nach seiner Eröffnung, wird das Original umfassend modernisiert. Paulaner-Sprecherin Birgit Zacher nennt die Arbeiten ein „Riesen-Ding”. Es werde „nicht nur oberflächlich neu gepinselt”. Zum künftigen Erscheinungsbild verrät sie vorerst nur so viel: Die glänzende, kupferne Sudanlage, auch bisher der Hingucker des Wirtshauses, soll künftig zentraler platziert werden. Die Stüberl, der Biergarten, Toiletten und Küche – alles wird neu gemacht. Die Kosten? Sind noch Geheimsache. Mit einem hohen sechsstelligen oder sogar siebenstelligen Betrag darf aber wohl gerechnet werden.

Dafür ist jetzt schon klar, dass auch ein Pächterwechsel ansteht. In den vergangenen zehn Jahren war Klaus Rehklau der Wirt. Künftig wird er sich auf das Hacker-Pschorr Bräuhaus auf der Theresienhöhe und auf sein Hotel im Allgäu konzentrieren.

Das Paulaner Bräuhaus am Kapuzinerplatz bekommt einen neuen Pächter. Und der ist in der Münchner Gastro-Szene alles andere als unbekannt: Hermann Zimmerer.

Der gebürtige Mittelfranke ist Wirt der Gaststätte „Zum Straubinger” in der Blumenstraße und vom Lokal „Zur Brezn” in der Leopoldstraße. Außerdem ist er am „Zwickl” am Viktualienmarkt sowie am Restaurant im Bayerischen Nationalmuseum beteiligt. Und im Sommer sorgt der 51-Jährige dafür, dass die Besucher des Urbanauten-Stadtstrands versorgt sind.

Jetzt bekommt er mit dem Paulaner am Kapuzinerplatz noch ein weiteres Baby. „Ich übernehme das, wenn die Arbeiten fertig sind”, bestätigt er der AZ. Die „eine oder andere Idee” könne er aber jetzt schon mit einbringen.

Was reizt ihn an dem Objekt? „Für mich ist das Spannende daran, dass in der Gaststätte einfach auch Bier gebraut wird.” Das gebe dem Ganzen einen anderen Charakter, als wenn der Gerstensaft nur angeliefert würde. Hermann Zimmerer: „So hat man auch mehr Möglichkeiten von der Küche her, mit dem Thema Bier zu spielen.”

 

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