Herbert Stiglmaier Sommeliers Eigenbau

Wein-Kolumnist Herbert Stiglmaier Foto: az

Stéphane Thuriot, Chef-Sommelier im Königshof, kreiert seinen eigenen Wein - das Ergebnis ist griechischer Stoff

 

München - Zu viel Barrique? Zu wenig Säure? Die Trauben zu spät gelesen? Und was ist überhaupt mit dem Restzucker? Zum Genuss des wunderbaren Getränks Wein scheint die Diskussion über dessen Machart mindestens in gleicher Intensität zu gehören wie das Erlebnis in Auge, Nase und Mund.

Das kann nach einigen Weinen entweder die Tischgenossen unglaublich langweilen oder einen großen Wunsch aufkommen lassen: „Wie wäre es wohl, wenn wir einmal selbst einen perfekten Wein ganz nach unserem Ideal machen würden?“ Stéphane Thuriot verantwortet als Chef-Sommelier im Königshof eine der besten deutschen Weinkarten und hat in seinem Berufsleben alle flüssigen Säulenheiligen bis hin in den fünfstelligen Euro-Bereich pro Flasche verkostet.

Man fragt sich: „Wie kann der Wein, von einem derartigen Kenner kreiert, wohl aussehen?“ Wenn man die überraschend unkonventionellen Wein-Empfehlungen des Mannes von Loire im Restaurant kennt, dann ahnt man, dass es weder ein Turbo-Bordeaux noch ein High-End Burgunder sein kann, den Stéphane Thuriot erschaffen wollte. Es ist griechischer Stoff (www.domainenerantzi. com).

Sein Ideal war es, die Wucht des Cabernet Sauvignon mit der Filigranität der einheimischen „Koniaros“- Rebe aus dem eher kühlen Nord-Griechenland zu kombinieren. Herausgekommen ist eine Cuvée, bei der feine Lakritz-Töne auf einem Parkett von dunklen Beeren tanzen. Das Ganze am besten zu Wild und Lamm. Und zum Gespräch darüber, ob man nicht selber doch mal.. . Herbert Stiglmaier

 

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