Herausforderer für Florian Pronold Ein Niederbayer will SPD-Chef werden

Neuer SPD-Boss? Konrad Adam, hier in der BR-Sendung „Bayerntour“. Foto: Verena Lehner / Lokales

Der 71-jährige Musiker Walter Adam will am Sonntag gegen den amtierenden SPD-Chef antreten

 

Abensberg Zündstoff bei der bayerischen SPD: Ein niederbayerischer Sozialdemokrat alten Schlags möchte den Landesvorsitzenden Florian Pronold stürzen. Der Abensberger Musiker und ehemalige Realschullehrer Walter Adam will beim Landesparteitag am kommenden Wochenende in Hirschaid gegen Pronold antreten. Pronold sei zu einer Koalition mit der CSU bereit, kritisierte Adam am Dienstag. „Das wäre für mich die Bankrotterklärung, das führt uns zur zehn-Prozent-Partei“, sagte der 71-Jährige am Dienstag auf Anfrage.

Adam ist ein rauschebärtiger Bilderbuch-Niederbayer und an der SPD-Basis kein Unbekannter. „Seit 46 Jahren bin ich in der SPD“, sagte Adam. Eingetreten sei er wegen Willy Brandt. „Willys Kniefall in Warschau war der Auslöser.“ Im Internet macht derzeit unter Pronold-Kritikern Adams professionell gemachtes Kandidatenvideo Furore, das der preisgekrönte Filmemacher Konstantin Ferstl gedreht hat. „Wir waren die Partei der Mutigen“, wirbt Adam in dem kurzen Film um Unterstützung. „Heute spielen wir den sozialen Flügel der Union. Wir sind nicht die Erfüllungsgehilfen des Finanzkapitals.“

„Florian Pronold ist halt doch nur ein Karrierepolitiker“

Niederbayern ist eine Keimzelle des parteiinternen Widerstands gegen Pronold, wiewohl dieser selbst aus Niederbayern stammt. Insbesondere die dortigen Jusos machen gegen den Landesvorsitzenden Front. Der Landesvorstand wolle einen „Friede-Freude-Eierkuchen-Parteitag“, sagte Adam. Er sei ursprünglich Unterstützer Pronolds gewesen. „Aber es ist nix gekommen von ihm. Er ist halt doch nur ein Karrierepolitiker.“ In der SPD-Landesleitung ist nach Angaben eines Sprechers bislang keine Kandidaturerklärung Adams angekommen. Bislang wurde in der SPD-Landtagsfraktion mit Pronolds problemloser Wiederwahl gerechnet, wiewohl der Vorsitzende sich an der Basis keiner übermäßigen Beliebtheit erfreut, wie einige Genossen berichten.

 

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