Heizung für neuen Hightech-Rasen Renovierung an der Grünwalder: Pep-Rasen für 1860

Bekommt eine neue Rasenheizung: Das Trainingsgelände des TSV 1860. Foto: Daniel von Loeper

An der Grünwalder Straße wird der Trainingsplatz der Löwen renoviert – inklusive Rasenheizung und neuem Untergrund, wie ihn auch der FC Bayern nutzt. Dafür kommen Spezialisten aus Holland

 

In kurzen Stößen steigt Qualm aus dem Abgasrohr der mächtigen Planierraupe auf, Dieselgeruch liegt in der Luft. Unter immer eindringlicherem Brummen schiebt das Riesengefährt Kubikmeter-Mengen an feinem Humus vor sich her. Im Akkord bringt ein weiteres Raupenfahrzeug mit großer Ladefläche neuen Belag. Nicht mehr lange und die Löwen haben an der Grünwalder Straße endlich ihren bundesligareifen Trainingsplatz.

„Das wird ein Rasen wie beim FC Bayern und beim FC Augsburg“, sagt einer der Arbeiter der schwäbischen Gartenbaufirma. Die Landschaftsgärtner modernisieren nun schon den dritten Trainingsplatz der Sechzger. Es ist der nächste Schritt des TSV 1860 Richtung mehr Professionalität. Ein spektakulärer obendrein. Über die Kosten für den Umbau auf dem Vereinsgelände reden die Giesinger aber öffentlich nicht, erklärte der Klub auf Nachfrage der AZ.

Ohne Zweifel hat Investor Hasan Ismaik auch beim neuen Geläuf der Sechzger-Profis keine Kosten gescheut. Die Arbeiter kümmern sich derweil mit breiten Schaufeln und Rechen ums Feinplanie. „Der Humus besteht zu 70 Prozent aus Sand“, sagt einer. „Da bleibt kein Wasser stehen.“

Es war das Löwen-Problem schlechthin auf dem alten Platz. Der Rasen lag auf einem verdichteten, undurchlässigen Untergrund. Die Drainagen waren völlig veraltet. Die Folge: Das Wasser drang nicht durch, blieb im Rasen stehen und hinterließ diesen im Laufe einer Saison in einem widrigen Zustand. Dieser Makel gehört jedoch bald der Vergangenheit an. Wie so vieles in diesen Tagen. Die Landschafts- und Sportstättenbauer haben dicke Drainagenrohre vergraben, umhüllt von grobkörnigem Kies. Es folgten weitere Drainagen sowie eine dicke Sandschicht. Hier fließt quasi alles durch. Das waren aber längst nicht die Highlights.

Hybrid-Rasen für den TSV 1860

In Giesing wird ein regelrechter Hightechrasen verpflanzt. Unterhalb der Humus- und Sandschicht ragen schmale, weiße Kunststoffrohre raus. „Die Rasenheizung“, erklärt einer der Arbeiter. Kein Novum beim TSV 1860. Aber: Die alte Rasenheizung war seit ihrer Verlegung fehlerhaft und funktionierte fast nie. Diesmal soll alles einwandfrei sein. Übernächsten Montag rücke die Firma an, die den Rollrasen verlege, erklären die Arbeiter. „Dann kommen die Spezialisten aus Holland und verpflanzen punktuell Kunstrasen in den Platz“, erklärt einer. Die Rede ist vom sogenannten Hybrid-Rasen. Der liegt zum Beispiel auch in der Arena in Fröttmaning. Pep Guardiola veranlasste einst die Bayern dazu, einen solchen Rasen auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße zu verlegen.

Die Besonderheit: In Abständen von wenigen Zentimetern wird Kunststoff implantiert. Ein solcher Platz hat nur minimale Unebenheiten, weswegen der Ball besser und flüssiger läuft. Zudem ist er resistenter und wasserdurchlässiger. Schon zuvor waren ein neuer Kunstrasen verlegt und Trainingsplatz Nummer drei mit einem neuen Rasen samt Untergrund ausgestattet worden. Die Umbaumaßnahmen enden aber nicht mit den Trainingsplätzen. Anschließend folgt ein hochwertiger und zweistöckiger Containerbau an der Stelle, wo aktuell das improvisierte Pressestüberl steht. Unten kommt noch ein Fitnessstudio für die Profis rein, darüber dann ein Multifunktionsraum für Pressekonferenzen und Mannschaftssitzungen. Auch das gab es davor nicht. Es geht deutlich voran. Wie so vieles beim Löwen in diesen Tagen.

 

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