Heimspiel am Samstag FC Bayern gegen VfL Wolfsburg: Bruno, mach den Kloppo!

Die beiden kommenden Gegner des FC Bayern: Bruno Labbadia tritt am Samstag mit dem VfL Wolfsburg in München an, am Mittwoch folgen Jürgen Klopp und der FC Liverpool. Foto: AZ-Montage, imago/Jan Huebner, firo/Augenklick (2)

Vor dem Highlight gegen Liverpool in der Champions League ist der VfL Wolfsburg in München zu Gast. Labbadia könnte ähnlich wie Klopp spielen lassen – die 14 letzten Partien gegen Bayern verlor er alle.

 

München - Die Kunst des Verdrängens ist gefragt bei den Bayern-Profis an diesem Wochenende. Während es für die gesamte Mannschaft darum geht, vor und während der Partie gegen den VfL Wolfsburg NICHT, bitteschön GANZ UND GAR NICHT, an das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League kommenden Mittwoch gegen den FC Liverpool zu denken, schlicht und einfach das bis dato wichtigste Spiel der Saison, liegt die Latte für drei Spieler ganz besonders hoch.

Thomas Müller (29), Jérôme Boateng (30) und Mats Hummels (30), am Faschingsdienstag von Bundestrainer Joachim Löw humorlos abserviert, dürfen auf dem Platz über das abrupte Ende ihrer Nationalelf-Karriere sinnieren, höchstens ihre Wut in Energie verwandeln. Hier trifft zu: Glücklich ist, wer vergisst. Hauptsache verdrängen – Sigmund Freud lässt grüßen.

Weg mit Jogi, aus dem Sinn mit ihm, fort mit Kloppo aus der Gedankenwelt – hinweg also mit den Bildern im Kopf von Löw und Liverpools Trainer Jürgen Klopp. Kein Schal, kein Cap, nur Bruno zählt. Bruno Labbadia (53), einst als (r)ackernder Mittelstürmer der Held der Südkurve (1991-1994 bei Bayern), seit etwas mehr als einem Jahr Coach der Wölfe – allerdings wohl nur noch bis Saisonende.

Labbadia mit historischem Anti-Lauf gegen Bayern

Ein Problembär war Bruno nie, in München ist der Hesse ein gern gesehener Gast. Labbadia verlor seine letzten 14 Pflichtspielduelle gegen Bayern – ob mit dem VfB Stuttgart, dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg. Dieser Anti-Lauf ist Rekord im deutschen Profi-Fußball. Aber ja, er hat tatsächlich mal gegen Bayern gewinnen können. Beinahe zehn Jahre ist das her: Ende September 2009, mit dem HSV (1:0).

Nun könnte der Ex-Bayer seinem früheren Verein wertvolle Dienste leisten, indem er seine Wolfsburger mit ähnlicher Struktur und Ausrichtung in München antreten lässt. Als grün-weiße Kopie der Reds. Hinten sicher stehen, nach vorne mit frechem Umschaltfußball. Damit sich die Bayern für die große Aufgabe einspielen können. Die Qualität hat Wolfsburg.

"Der VfL ist in einer richtig guten Spur und die zweitbeste Auswärtsmannschaft, da müssen wir höllisch aufpassen", warnte Kovac seine Mannschaft. Labbadia hat die Wölfe, die sich in den Vorjahren jeweils nur über die Relegation in der Bundesliga halten konnten, auf Rang sieben geführt, mit nur vier Punkten Rückstand in Tuchfühlung zu den Champions-League-Rängen. In den letzten zwölf Spielen holte der VfL 24 Punkte, wie (Noch-)Tabellenführer Borussia Dortmund. Nur Leverkusen (25) und der FC Bayern (33) sammelten mehr.

Welche Elf schickt Niko Kovac gegen Wolfsburg auf den Platz?

Wolfsburg soll also ein Vorbereitungsspiel für die Kovac-Elf werden, eins mit Pfeffer. Und am besten mit weiteren Nebenwirkungen. Der Trainer: "Das Spiel gegen Wolfsburg ist für uns sehr wichtig, genauso wichtig wie die Partie vor dem ersten Liverpool-Spiel (3:2 in Augsburg, d.Red.). Es gibt uns dann hoffentlich den Elan, die Motivation und die Euphorie für das nächste Spiel. Aber: Wir müssen den ersten Schritt vor dem zweiten machen." Kovac weiter: "Wenn alle gesund und wohlauf sind, dann sieht es ganz gut aus, dass wir vielleicht mit der gleichen Mannschaft anfangen."

Er schloss sein Statement mit einem Augenzwinkern. Somit wird wohl die Sieger-Elf vom 5:1 letzten Samstag bei Borussia Mönchengladbach beginnen, also mit Thomas Müller, der gegen Liverpool noch Spiel zwei seiner Rot-Sperre in der Königsklasse absitzen muss. Für eine Einwechslung samt Empfehlung für Mittwoch stehen gegen die Wölfe die wieder genesenen Leon Goretzka (Sprunggelenksbeschwerden) sowie Franck Ribéry (Magen-Darm-Infekt) parat. David Alaba (Sehnenreizung) fehlte dagegen beim Abschlusstraining am Freitag. Laut "Bild" will er gegen Liverpool aber spielen.

Zwei Plätze werden da frei. Der von Müller und der des gelbgesperrten Joshua Kimmich. Andere müssten durch Leistung verdrängt werden. Auch eine Kunst.

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