Heimatgefühle beim 1899-Stürmer Hoffenheim bestätigt Austausch in Sachen Wagner

Hier noch im Duell mit Thiago (rechts) und Jérôme Boateng, bald ein Teamkollege? Sandro Wagner. Foto: GES/Augenklick

Die Bestätigung des aktuellen Arbeitgebers ließ nicht lange auf sich warten: Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann erklärte am Donnerstag, dass der FC Bayern tatsächlich an einer Verpflichtung von 1899-Angreifer Sandro Wagner interessiert sei.

München - Es war ein provokantes Bild, das sich am Mittwochabend im Münchner Audi Dome beim Spiel der Bayern-Basketballer gegen Galatasaray Istanbul bot. Sandro Wagner saß dort nämlich in erster Reihe als Zuschauer am Spielfeldrand. Ganz in der Nähe von Joshua Kimmich, David Alaba und Javi Martínez, den Fußballprofis des FC Bayern.

Nun spricht grundsätzlich nichts dagegen, dass der Stürmer der TSG 1899 Hoffenheim mal bei einem Basketballspiel in München vorbeischaut. Zumal seine Kinder bei seiner Frau in Unterhaching leben. Fast zeitgleich kursierten aber bereits Meldungen über einen bevorstehenden Wintertransfer Wagners zum FC Bayern.

Und so konnte der Eindruck entstehen, dass Wagner mit seinem Besuch auch eine öffentlichkeitswirksame Botschaft senden wollte. Mit der er vermittelte, sich einen Wechsel zurück zu dem Verein, bei dem er zum Profi wurde, und ein Leben in München durchaus vorstellen zu können.

FC Bayern kommentiert Bericht nicht

Die Bayern suchen auf Jupp Heynckes' Wunsch ja derzeit einen Stürmer, der die vakante Backup-Rolle hinter Robert Lewandowski ausfüllt. Der FC Bayern wollte die Gerüchte um Wagner auf AZ-Nachfrage nicht kommentieren. Wagners Noch-Trainer Julian Nagelsmann verriet allerdings am Donnerstag, dass der 29-Jährige seinen aktuellen Arbeitgeber tatsächlich bereits um die Freigabe für einen Wechsel in der Winterpause gebeten hat.

Zehn Jahre nach seinem letzten Profispiel für die Bayern möchte Wagner zurück zu seinen fußballerischen Wurzeln. Der "Austausch aller beteiligten Parteien", sagte Nagelsmann sogar, sei in vollem Gange. "Wir wissen bereits länger, dass die Bayern Interesse an Sandro haben. Uns ist auch die Interessenlage von Sandro bekannt", führte Nagelsmann aus: "Wir werden jedoch erst dann etwas verkünden, wenn es etwas zu verkünden gibt."

Entschieden ist also nichts. Noch nichts. Aber, wie Nagelsmann weiß: "Es ist ja nicht mehr so lange, bis wir um den Weihnachtsbaum laufen."

Aktuell steht Wagner noch bis 2020 unter Vertrag, rund zehn Millionen Euro Ablösesumme dürften wohl für ihn fällig werden. "Ich bin der mit Abstand beste deutsche Stürmer", hatte er vor einem Jahr selbstbewusst in einem Interview gesagt und sich damit selbst offensiv und erfolgreich bei der deutschen Nationalmannschaft ins Gespräch gebracht.

Er darf sich nun sogar Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen. Die Chancen darauf würden sich mit einem Wechsel nach München allerdings wohl verringern. Bundestrainer Joachim Löw betont immer wieder, dass Spielpraxis notwendig für eine Nominierung sei.

Und Wagner wäre hinter Robert Lewandowski bei Bayern die klare Nummer zwei. Er könnte dem Polen allerdings die ein oder andere erhoffte Pause verschaffen und sogar trotz seiner Europacup-Einsätze für die Hoffenheimer noch in der Champions League spielen. "Ich versuche, mich in die Lage des Spielers hineinzuversetzen", sagte Nagelsmann: "Jeder weiß, dass Sandro zwei Kinder hat, die in Unterhaching leben, der FC Bayern sein Jugendverein und er nicht mehr ganz jung ist."

Deshalb hege er auch „keinen Groll“ gegen den Stürmer. Kling ganz danach, als könnte Wagner demnächst häufiger die Möglichkeit dazu bekommen, gemeinsam mit Kimmich, Martínez und Co. in München beim Basketball vorbeizuschauen.

Und in Hoffenheim sind sie anscheinend auch nicht untätig: Wie die Sport Bild meldet, will der Klub den früheren Bundesliga-Profi Anthony Ujah (Köln und Bremen) als Wagner-Ersatz verpflichten. Der 27-Jährige war mit dem FC Liaoning zuletzt aus Chinas erster Liga abgestiegen.

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