Heesters-Beerdigung Ein Ex-Banker managt Jopies letzten Weg

Links: Der Sänger und Schauspieler Johannes Heesters bei einer Erfurter Gala anlässlich seines 107. Geburtstages. Rechts: Bestattungsunternehmer Rudolf Zirngibl: der Starnberger hat schon viele Promis unter die Erde gebracht. Foto: Torsten Huber

Für Heesters Beisetzung sind bis zu zehn Mitarbeiter beschäftigt. Die Witwe entschied sich für eine Erdbestattung auf dem Nordfriedhof. Danach geht's ins Seehaus.

 

München - Ihren letzten Weg gehen Starnbergs Reiche und Prominente meist mit Bestatter Rudolf Zirngibl (47). Er brachte Petra Schürmann, Karl-Heinz Wildmoser, Vicco von Bülow (Loriot), Willy Heide und Otto von Habsburg unter die Erde. Jetzt managt Zirngibl auch die Beerdigung von Johannes „Jopie“ Heesters. Der Schauspieler und Sänger verstarb am Heiligen Abend im Alter von 108 Jahren (AZ berichtete).

„Wir sind ein altes Familienunternehmen, bestehen seit 55 Jahren. Ich habe den Beruf des Bestatters von meinem Vater erlernt. Praktisch von der Pike auf“, sagt Zirngibl, der erst eine Banklehre absolvierte und später in den elterlichen Betrieb wechselte: „Der Bank-Job war ein Klacks dagegen. Drei Jahre dauert die Lehre. Ich musste am Anfang sogar Gräber ausheben.“

Für Heesters Beisetzung sind bis zu zehn Mitarbeiter beschäftigt. Alles muss bis ins Detail geplant sein. „Der Job fordert sehr viel“, weiß Zirngibl. Das Unternehmen hat inzwischen fünf weitere Filialen: in Tutzing, Gauting, Wolfratshausen, Dießen und Weilheim.

Im Angebot sind nicht nur Erd- und Feuerbestattung. Hinterbliebene haben die Wahl zwischen See-, Baum-, Alpen-, Diamanten- und Weltraumbestattung. Demnach hätte sich Witwe Simone Rethel-Heesters ihren geliebten Jopie als Ein-Karäter um den Hals hängen können. Dabei wird die von anorganischen Substanzen gereinigte Asche unter hohem Druck und Hitze zum lupenreinen Diamanten umgewandelt. Kosten: 13.300 Euro.

Die Witwe entschied sich für eine Erdbestattung auf dem Nordfriedhof. Danach geht es für die Trauergäste in Kufflers Seehaus im Englischen Garten. „Wenn es ums Essen geht, denken wir vor allem an Jopie, was er gerne hatte“, sagte ein Freund der Familie der AZ. So soll eine der Leibspeisen Heesters Hering gewesen sein – typisch niederländisch, eben. Der dürfte gut für Küchenchef Christian Müller zuzubereiten sein, der sonst seine Gäste mit Austern, Hummer und Seewolf verköstigt. Als Dessert könnte es Apfelstrudel geben: Diesen gab es noch Anfang Dezember zu Heesters 108. Geburtstag.

Ob allerdings Küchenchef Müller auch Haferschleim kochen wird, den Heesters gerne morgens mit Obst und Honig aß – das ist eher zweifelhaft.

 

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