Harte Konkurrenz James und die Folgen: Was wird aus Müller?

, aktualisiert am 14.07.2017 - 12:00 Uhr

Der Neuzugang erhöht den Druck auf Müller, der von den Vereinslegenden Maier und Augenthaler Unterstützung erhält: "Er wird seine Tore machen." Was die James-Verpflichtung sonst noch bedeutet.

 

München - Für Sepp Maier ist die Sache völlig klar. "Der Thomas wird sich durchsetzen", sagt die Torhüter-Legende des FC Bayern am Donnerstag in der Allianz Arena. Thomas – das ist Thomas Müller. "Der ist ein echter Bayer", so Maier weiter: "Und bisher hat sich jeder Bayer beim FC Bayern durchgesetzt."

Auch Klaus Augenthaler, der frühere Kapitän, glaubt trotz der Verpflichtung von James Rodriguez weiter an eine Chance für den Weltmeister in der Stammelf. "Thomas Müller ist Thomas Müller", sagt Augenthaler. "Er hatte jetzt ein Jahr, das war nicht so gut. Aber er ist einer, der nicht unterzukriegen ist. Er wird seine Einsätze haben, seine Tore machen. Ancelotti wird sehen, was er an ihm hat."

Die Bayern-Legenden stehen hinter Müller – doch für den 27-Jährigen wird es nun noch schwieriger, in den wichtigen Spielen auf dem Platz zu stehen. Nur eine von mehreren Folgen des James-Transfers.

Die AZ gibt einen Überblick

Im Zentrum wird’s eng: Die medienwirksame Präsentation in der Allianz Arena war bezeichnend: James ist der Königstransfer dieses Sommers, Carlo Ancelottis Wunschpieler Nummer eins. Zum Vergleich: Corentin Tolisso, immerhin auch 41,5 Millionen Euro teuer, wurde im kleinen Mediencenter an der Säbener Straße vorgestellt.

Der Franzose ist neben James und Sebastian Rudy der dritte Neuzugang im zentralen Mittelfeld. Dort ist der Konkurrenzkampf nun hart wie nie: Mit Tolisso, Rudy, Arturo Vidal, Renato Sanches, Thiago, James und Thomas Müller kämpfen sieben Profis um drei Plätze. Javi Martínez könnte auch als Sechser auflaufen. "Das ist doch der Treibstoff, die Energie, die Motivation für eine Mannschaft", sagt Ancelotti. Doch bei so viel Gerangel könnte es Ärger geben.

Müller unter Druck: Nur neun Tore gelangen dem Weltmeister in der Vorsaison. Zu wenig für die eigenen Ansprüche und die des FC Bayern. "Er wird eine stärkere Saison hinlegen müssen", sagte Karl-Heinz Rummenigge. Rückhalt gibt es von den Bayern-Legenden – von der Vereinsspitze eher Druck. Müllers Problem: Neuzugang James spielt auf "seiner" Position als hängende Spitze. Auch Thiago liegt in der Zehner-Hierarchie aktuell vor Müller. Schwierige Zeiten. In einer Ancelotti-Wunschelf würde er wohl keinen Platz finden.

Ancelotti muss liefern: Doch nicht nur Müller steht unter Druck, der Trainer muss nach einer Saison mit "nur" einem Titel seine Ausbeute erhöhen – auch wenn Präsident Uli Hoeneß zuletzt bescheidenere Töne anstimmte. Man solle den jüngeren Spielern mehr Vertrauen schenken, so Hoeneß im "Kicker", "selbst wenn wir dann zwei Jahre lang nur Meister werden sollten und sehen müssen, was international noch möglich ist."

Doch das war vor der James-Verpflichtung. Der 26-Jährige geht nicht mehr als Talent durch, er ist ein gestandener Spieler, ein Topstar. Und der "große Wunsch" Ancelottis, wie die Bayern per Pressemitteilung verrieten. Schon bei der Wechselbekanntgabe Tolissos war von Ancelottis "Wunschspieler" die Rede. Das macht die Sache für den Trainer nicht leichter, sollte der Erfolg ausbleiben.

Südamerika erobern: In den USA und China haben die Bayern bereits Büros eröffnet, Südamerika soll der nächste Markt sein, der in den Fokus rückt. Das verriet Jörg Wacker, Vorstand für Internationalisierung und Strategie. Dabei hilft der Name James enorm. Der 25-Jährige ist ein Superstar in seiner Heimat – und in den sozialen Netzwerken. 12,7 Millionen Follower hat er bei Twitter, Manuel Neuer als bislang beliebtester Bayern-Spieler kommt auf 3,9 Millionen.

Laut "Forbes" ist James sogar unter den Top-5-Sportlern weltweit, was Einnahmen über Social Media angeht. Falls die Bayern im nächsten Jahr wieder in die USA reisen sollten, ist ein Testspiel in Südamerika denkbar – in Chile oder aber in Kolumbien. Zunächst aber geht es für die Bayern und James nach Asien. Auch dort ist der Neuzugang ein großer Name.

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