Handball EM ohne Deutschland: Heubergers Horrorshow

 Foto: dpa

Die zweite Blamage der Handballer unter Bundestrainer Martin Heuberger: Die EM findet ohne Deutschland statt. "Ich finde, das war ein Rückschritt, diese Qualifikation.“

Aschaffenburg - Der Hilferuf kam aus dem Souterrain: Im Keller der Frankenstolz-Arena in Aschaffenburg bat Bundestrainer Martin Heuberger die Handball-Bundesliga um Entwicklungshilfe und forderte mehr Einsatzzeiten für deutsche Nachwuchskräfte im Liga-Alltag. Einen eigenen Rücktritt schloss er aus. Der unbedeutende 38:19 (21:12)-Kantersieg gegen hoffnungslos überforderte Israelis konnte weder Heubergers Miene aufhellen noch das verheerende Gesamtergebnis und die Krise beschönigen: Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) hat als Gruppendritter in der Qualifikation für die EM 2014 komplett versagt.

Der fünfte Platz bei der WM in Spanien fünf Monate zuvor zählte nicht mehr. „Bei mir und auch bei allen Spielern ist der Frust sehr groß. Wir hätten gern die Geschichte von der WM weitergeschrieben bei der EM in Dänemark”, analysierte Heuberger.  "Ich finde, das war ein Rückschritt, diese Qualifikation.“

Heubergers Horrorshow – die DHB-Auswahl erstmals nicht bei einer EM. Ein Tiefpunkt.

„Dass wir nicht dabei sind, ist natürlich ganz schlimm, nicht nur für die Nationalmannschaft, sondern auch für die Bundesliga. Sowas darf uns nie wieder passieren”, schimpfte Mannschaftskapitän Oliver Roggisch, der seine Auswahlkarriere trotz des Debakels fortsetzen will. „Gerade in schwierigen Phasen wäre ich ja ein Feigling, wenn ich jetzt meinen Hut nehmen würde und sage, ich gehe in Rente”, sagte der 34-jährige Abwehrchef.

Auch Heuberger will bleiben. Dabei war die verkorkste EM-Qualifikation nach der verpassten Olympia-Teilnahme an den London-Spielen 2012 bereits die zweite sportliche Blamage in seiner erst zweijährigen Amtszeit. Die Diskussionen um seine Zukunft wurden neu angestoßen. Bereits nach der fatalen Pleite in Montenegro hatte der designierte Verbandspräsident Bernhard Bauer erklärt, es gebe keine Jobgarantie für Heuberger.

„Ob ich diesen Weg weitergehen darf, weiß ich nicht”, sagte Heuberger. Seine Mannschaft ist nicht für die EM qualifiziert – ist er es dann noch als Trainer? „Ich gehe davon aus, dass er die Zeit bekommt”, sagt Vorgänger Heiner Brand, heute Manager des Handball-Bunds und letzter Weltmeister-Trainer.

 

0 Kommentare