"Haidi" Kuchen und Kanarenflair

Hellgrüne Wände, ein Mix aus 50er-Jahre-Lampen und Spiegeln – so schaut es im „Haidi“ aus. Foto: Petra Schramek

In Haidhausen hat das „Haidi“ aufgemacht: Ein Tagescafé, das sich abends in eine Tapasbar verwandelt. Und einen Blick ins Grüne bietet

 

Nachmittags treffen sich Papas mit kniehohem Nachwuchs auf ein Süppchen, am Nebentisch trinken zwei ältere Damen einen Cappuccino und draußen, in den letzten Sonnenstrahlen, sitzen Menschen eingemummelt in Decken und schauen ins Grüne, auf die kleine Postwiese mitten in Haidhausen. Das ist die typische Tages-Szenerie im „Haidi“.

Aber das Café, das gerade seine Eröffnung gefeiert hat, hat auch eine andere Seite. Abends stellt Carolin Schneider nicht die Tische hoch, sondern baut die Tapas in der Durchreiche zur Küche auf – dort, wo tagsüber noch Kuchen standen. Dann wird das Haidi zur Bar. „Cocktails haben mich immer schon fasziniert“, sagt die Wirtin. Bis vor kurzem hat sie noch beim Film als Kostümbildnerin gearbeitet, „aber ich habe gemerkt, dass ich da nicht mehr 100 Prozent geben kann – und für meinen Job will ich alles geben“, sagt Schneider.

Im Haidi, das sie mit ihrem Freund Manfred Harth eröffnet hat, geht sie wieder voll auf. Haidi ist schon ihr zweiter Rufname – manche Gäste verstehen nicht auf Anhieb, dass das Café nach seinem Viertel benannt ist. Morgens gibt es das Frühstück als Baukastensystem, mit Bausteinen von einem (Croissant) bis vier Euro – so viel kostet etwa die Spezialität „Eiertöpfli“, im Porzellangefäß gegarte Eier, vermischt mit Tomaten und Kräutern etwa oder Lachs und Dill. Vieles in der Speisekarte ist von dem letzten Kanaren-Urlaub des Pärchens inspiriert; der „Kaffee Haidi“ zum Beispiel aus Kondensmilch, Espresso und Milch, ansehnlich im Glas geschichtet.

Und natürlich die Tapas, kleine, inseltypische Runzelkartoffeln mit grüner Petersilien-Knoblauch-Sauce, Mojo genannt. Der Wein dazu stammt von einem befreundeten Winzer aus dem Rheinhessischen. „Ich finde, Tapas haben etwas supergemütliches“, sagt Schneider“, man sitzt abends beisammen, in der Mitte die Häppchen und jeder kann sich bedienen“. Alles ist hausgemacht, von den Mittagsgerichten bis zu den Kuchen. Mindestens drei davon holt Carolin Schneider täglich aus ihrem Ofen, Zupfkuchen, Obstkuchen, gefleckten Schokokuchen.

Letzterer passt hervorragend zum geschichteten Haidi-Kaffee, nicht nur optisch. Kalorien mag da niemand zählen – lieber abends einfach nur Tapas essen.


Pariser Straße 17, Di. bis Sa. 10 – 1 Uhr, So 10 – 22 Uhr, www.dashaidi.de, Tel.: 80 03 73 94

 

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