Haftbefehl gegen Altdorfer Freundin ins Gesicht getreten: Mordversuch live auf Skype

Ein Bekannter des Mannes musste wohl dabei zusehen, wie er seine Lebensgefährtin schwer misshandelte. (Symbolbild) Foto: Martin Gerten/dpa

Ein 29-jähriger Altdorfer wollte offenbar eine Frau auf den Philippinen töten. Ein Bekannter des Mannes muss das im Internet mit ansehen.

 

Landshut - Ein Altdorfer versucht offenbar, auf den Philippinen seine Frau zu töten – und überträgt das Ganze auch noch live im Internet. Ein Vorfall, der sich laut Staatsanwaltschaft bereits im Oktober 2014 in Angeles City ereignet haben soll. Es klingt wie im Horrorfilm. Der Verdächtige, ein heute 29-jähriger deutscher Mechatroniker aus Altdorf, soll laut Anklage seine damalige philippinische Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Angeles City gewürgt, geschlagen und versucht haben, sie mit Fußtritten in das Gesicht zu töten.

Bereits im Oktober 2014 informierte ein Bekannter des Mechatronikers die Polizei von dem Fall: Nach dessen Angaben soll der Altdorfer ihn über Skype in Deutschland angerufen und ihn aufgefordert haben, ihm zuzusehen, wie er "seine Oide umbringen" werde.

Der Bekannte sagte bei der Polizei aus, er habe dann hilflos mit ansehen müssen, wie der Altdorfer seine damals 50-jährige philippinische Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Angeles City gewürgt und sie mit Schlägen und Fußtritten in das Gesicht misshandelt habe.

Die Frau stellt sich offenbar tot, dann lässt er von ihr ab

Erst als sich die Philippina in ihrer hilflosen Lage, so der Bericht der Staatsanwaltschaft, tot gestellt habe, habe der Beschuldigte von ihr abgelassen. Zu diesem Zeitpunkt war aber noch unklar, ob die Lebensgefährtin den Angriff des Altdorfers überhaupt überlebt hatte.

Nach der Rückkehr des Mannes nach Deutschland wurde der Beschuldigte zum Tatvorwurf vernommen, machte jedoch keine Angaben. Dem Bekannten gegenüber soll der Altdorfer jedoch als Motiv für seine Tat angegeben haben: Seine Lebensgefährtin habe ihn öffentlich gedemütigt.

Die Staatsanwaltschaft Landshut wandte sich daraufhin an die philippinischen Behörden und bat um Unterstützung bei den Ermittlungen gegen den deutschen Staatsbürger. Es gelang, die Geschädigte tatsächlich ausfindig zu machen.

Mit Unterstützung der deutschen Auslandsvertretung auf den Philippinen und der tatkräftigen Hilfe des Vertreters des Bundeskriminalamts vor Ort konnte die Geschädigte durch die philippinische Justiz vernommen werden. Die entsprechenden Unterlagen wurden der Staatsanwaltschaft Landshut im Rechtshilfeweg jetzt von den philippinischen Behörden zur Verfügung gestellt.

Sie ist bereit, für ihre Aussage nach Deutschland zu reisen

Die Geschädigte bestätigte in ihren Angaben den massiven Angriff durch ihren ehemaligen Altdorfer Lebensgefährten und ist bereit, zu einer Zeugenvernehmung in einem Strafverfahren nach Deutschland zu reisen.

So führten die Ermittlungen im Ausland jetzt dazu, dass das Amtsgericht Landshut Haftbefehl wegen unter anderem versuchten Mordes gegen den 29-jährigen Altdorfer erlassen hat.

Er sitzt als dringend tatverdächtig bereits seit dem 17. Mai in Untersuchungshaft. Der Verdächtige machte laut Staatsanwaltschaft bislang keine Angaben zu den Tatvorwürfen. Wann die Ermittlungen abgeschlossen und Anklage erhoben werden kann, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

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