Haft ohne Bewährung Mann wegen Bombendrohung gegen Kita verurteilt

Fremdenfeindliche Motive bestritt der Angeklagte vor Gericht. Foto: Lennartz/Fotolia

Der 29-Jährige hatte sich bei seinen Droh-Anrufen als Flüchtling ausgegeben und einmal auch 500 000 Euro gefordert.

 

Ansbach - Wegen mehrerer Bombendrohungen gegen eine Kita und ein Altenheim im mittelfränkischen Wolframs-Eschenbach (Landkreis Ansbach) ist ein 29-Jähriger zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Ansbach verurteilte den Mann am Donnerstag unter anderem wegen Störung des öffentlichen Friedens.

Der Mann hatte an zwei aufeinander folgenden Tagen im Januar mehrmals in der Kindertagesstätte angerufen. Nach den ersten Droh-Anrufen wurden die Kita mit fast 90 Kindern sowie umliegende Gebäude geräumt. Eine Bombe wurde jedoch nicht gefunden.

Wut auf Mitarbeiterinnen

Beim Prozessauftakt sagte der 29-Jährige, er sei sauer auf die Kindergartenleiterin und eine Betreuerin gewesen. Sein damals fünf Jahre alter Sohn habe sich beim Fußballspielen in der Kita verletzt, und die Mitarbeiter hätten sich danach nicht ausreichend um das Kind gekümmert. Da habe sich Wut in ihm angestaut. Ein fremdenfeindliches Motiv bestritt der 29-Jährige. Er hatte sich bei den Anrufen als Flüchtling ausgegeben und einmal auch 500 000 Euro gefordert.

Der 29-Jährige soll am Telefon gesagt haben: "Das ist kein Scherz. Es ist eine Bombe im Kindergarten. Die geht in 58 Minuten hoch. Dann gibt es keinen Kindergarten (...) in Wolframs-Eschenbach mehr." Bei einem der Anrufe drohte er auch mit einer Bombe in einem nahe gelegenen Altenheim, das daraufhin ebenfalls geräumt wurde.

 

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