Härtere Vorschriften in München Bahnhofsviertel: Bettler lassen sich nicht vertreiben

Inzwischen ein alltägliches Bild in München: Jemand bittet um eine Geldspende. Foto: az

Schärfere Vorschriften gegen die organisierte Bettlerei im Münchner Bahnhofsviertel bringen wenig: Die Bettler haben sich der Lage bereits angepasst.

Altstadt - Die drei Damen aus Südosteuropa haben sich den Platz vor der Hypo-Vereinsbank schräg gegenüber vom Hauptbahnhof genau aufgeteilt. Eine sitzt neben der Treppe, die beiden anderen schräg gegenüber. Allesamt halten sie vorbeigehenden Passanten einen Pappbecher entgegen. Manchmal haben sie Glück und ein Tourist lässt ein paar Münzen hineinfallen. Ein paar Meter weiter hinkt ein „Kollege“ auf einer viel zu niedrig eingestellten Krücke die Bayerstraße entlang. Auch er hält einen Kaffeebecher in der Hand.

Vorne beim Mathäser-Kino sitzt ein zweiter junger Mann auf einem Stück Pappkarton. Auch er hat vor sich einen Becher mit ein paar Centmünzen. Insgesamt sind es Montagmittag fünf Bettler zwischen Stachus und Hauptbahnhof unterwegs. Rund drei Wochen ist es her, dass die Stadt mit schärferen Vorschriften gegen organisierte Bettler vorgeht.

Die neue Verfügung untersagt beispielsweise das Betteln mit vorgetäuschten Krankheiten oder Behinderungen. Wer aggressiv Leute wegen ein paar Münzen angeht, oder Kinder dabei hat, riskiert ebenfalls Ärger.

Konkrete Zahlen, ob die neue Verordnung tatsächlich Wirkung zeigt, liegen noch nicht vor. KVR und Polizei sind dabei, entsprechende Daten zu sammeln. Offenbar weicht die Bettlerszene aus.

In Haidhausen und anderen Vierteln abseits der City werden sie vermehrt beobachtet. Die, die in der Altstadt und im Bahnhofsviertel geblieben sind, passen sich den verschärften Regeln an. Sie sitzen still mit Becher am Straßenrand – und das ist weiterhin erlaubt.

Lesen Sie am Dienstag ab 12 Uhr auf abendzeitung-muenchen.de: Jetzt auch in der City: Bettlerbanden putzen an Ampeln Autoscheiben. Die AZ dokumentiert die dreiste Masche

 

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