Hacker-Angriff auf SPD-Politiker Münchner Abgeordneter Florian Post: "So wurde ich gehackt"

Schock für den Münchner Abgeordneten Florian Post: Auch er wurde gehackt. Foto: privat/Florian Post

Unter den zahlreichen Opfern der Hackerangriffe ist auch der Münchner SPD-Abgeordnete Florian Post. In der AZ erzählt er, wie er gehackt wurde. 

 

Ich habe am Donnerstagabend davon erfahren, dass ich gehackt worden bin. Da hat mich Carsten Schneider angerufen, unser Parlamentarischer Geschäftsführer. Ich war echt geschockt.

Florian Post: Persönliche Daten geklaut

Mir wurden verschiedene Dokumente vom Computer geklaut: eine Versicherungsbescheinigung, Arztrechnungen – lauter harmloses Zeug eigentlich. Aber das sind natürlich Sachen, die man nicht einfach so offen auf der Straße herumliegen lassen würde. Das sind schließlich alles persönliche Daten.

Unter den veröffentlichten Unterlagen war auch eine Datei, die sicher nicht von mir stammt: ein Word-Dokument, in dem massiv gegen Muslime gehetzt wird. Das hat man mir einfach untergeschoben.

Hackerangriff aus dem rechten Spektrum?

Ich nehme an, dass der Hackerangriff von einer Gruppe aus dem rechten Spektrum durchgeführt wurde. Die sind vermutlich aufgrund meiner jüngsten politischen Aktivitäten auf mich aufmerksam geworden.

Ich habe als erster SPD-Politiker überhaupt massiv gegen Maaßen geschossen, habe einen Stopp von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien gefordert und ich habe beim Thema Schwangerschaftsabbrüche auch nicht mit Verbesserungsvorschlägen für die Reform von Paragraf 219a gespart. Ich war deshalb jüngst öfter in den Medien.

Ich nehme an, dass die Gruppe schon länger aktiv ist. Ich bin vor einiger Zeit ja schon einmal gehackt worden. Bei dem Angriff jetzt wurde die gleiche E-Mail-Adresse benutzt, mit der vor der Bundestagswahl auch schon Fake-Zitate von mir verbreitet worden sind.

Ich habe mir jetzt eine sichere E-Mail-Adresse zugelegt. Ich werde auch mindestens alle zwei Wochen das Passwort ändern. Und ich habe mich auch schon für den Fall juristisch beraten lassen, dass meine Unterlagen weiter verbreitet werden. Das wäre schließlich ein Verstoß gegen das Post- und Fernmeldegeheimnis.

Lesen Sie hier: Geheimdienstexperte zu Hackern: "Erhebliches Know-how nötig"

 

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