Hachinger Volleyballer Hoffnung Olympiahalle

Mittelblock-Star Konstantin Shumov (links) bleibt für eine weitere Saison in Unterhaching. Foto: sampics

Am Sonntag tragen die Hachinger Volleyballer ihr erstes Punktspiel in München aus. Gegen Berlin geht es um mehr als nur den Sieg – um den Beweis, dass der Sport auch in der Großstadt funktioniert.

 

Unterhaching - Ein Lob, ein einfacher Satz der Zufriedenheit, das hatte man von Mihai Paduretu schon länger nicht mehr gehört: „Wir haben das Spiel von Anfang an kontrolliert und uns den klaren Sieg verdient”, sagte der Trainer der Hachinger Volleyballer nach dem 3:0 beim Saisonauftakt in Bühl. Die Wochen zuvor hatte er durchweg Grund zu Klage: Die Vorbereitung war von zahlreichen Verletzungen, Abwesenheiten und sogar einem gesundheitsbedingten Karriereende geprägt. „Der Saisonstart sieht schon mal gut aus”, sagt Manager Josef Köck. „Jetzt redet Mihai nicht mehr dauernd von unserer Krankenhausmannschaft.”

Den Rückenwind können die Hachinger nur allzu gut gebrauchen. Am Sonntag (14.00 Uhr) tritt die Mannschaft zum ersten Mal überhaupt in der Olympiahalle an, der Vizemeister gegen den Meister aus Berlin. Und es geht nicht nur um zwei Punkte und sportliche Wiedergutmachung. Sondern um viel mehr: „Wird das Spiel ein Flop, dann wirft es Volleyball in ganz Bayern um viele Jahre zurück”, sagt Paduretu. Die Hachinger wollen beweisen: Dass Volleyball bei den ganz großen Sportarten mitspielen kann. Und das in München. Die AZ erklärt das Event – und die Hintergründe.

Die Perspektive: Normalerweise tragen die Volleyballer – mehrmaliger Pokalsieger und Vizemeister sowie aktueller Champions-League-Teilnehmer – ihre Heimspiele in der 1500 Zuschauer fassenden Arena im Ort Unterhaching aus. Jetzt soll der Sprung in die Stadt folgen: Für den Anfang ist die Olympiahalle auf 5000 Plätze ausgerichtet. 3000 sind bisher besetzt, davon bei weitem nicht alle verkauft, sondern für Sponsoren- und Jugendaktionen belegt. „Mindestens 4000 sollten schon kommen”, sagt Köck – das ist die Flop-Grenze. Haching muss also noch mehr als 1000 Karten (18 Euro normal, 12,40 Euro ermäßigt) verkaufen. Köck ist zuversichtlich: „Bisher haben die Verkäufe zwei Tage vor den Heimspielen noch einmal deutlich angezogen.” Sieben bayerische Volleyball-Teams der Männer und Frauen in den ersten und zweiten Bundesligen haben ihr Kommen zugesagt. Köck zielt auf das Fachpublikum: „Wir haben den Verband aufgefordert, die Vereine anzusprechen.”

Die Werbung und die Kosten: „Wir haben am Mittleren Ring und im Olympiapark beschildert. In den Wochenanzeigern haben wir Anzeigen geschaltet. Es gibt Fernsehspots bei München-TV, im Cinemaxx läuft auch unsere Werbung. Auf Facebook haben wir eine ganz gute Resonanz”, sagt Köck. Insgesamt dürfte die Hachinger (Gesamtetat etwas mehr als eine Million Euro) die gesamte Veranstaltung um die 50000 Euro kosten. Gemeinsam mit dem EHC (spielt um 16.30 Uhr in der Olympia-Eishalle gegen Ingolstadt) bieten sie ein Kombi-Ticket an: „Davon haben wir bisher aber erst 70 bis 80 verkauft”, sagt Köck. Die Schnittmenge der Eishockey- und Volleyballfans ist offenbar gering.

Das Event: Die beiden besten Mannschaften Deutschlands treffen aufeinander. Dass die Hachinger Volleyball zelebrieren, haben sie schon lange bewiesen: Haching gilt als Disco der Liga. Zudem treten noch Tänzer und die vereinseigenen Turner auf. „Es gibt sogar ein Auto zu gewinnen”, sagt Köck. Der BR überträgt live im Internet: www.blickpunktsport.de.

 

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