Haching-Coach Augenthaler im Interview "Die Truppe war stabil"

Klaus Augenthaler wird die SpVgg Unterhaching verlassen. Foto: sampics/Augenklick

 

AZ: Herr Augenthaler, am Mittwoch (19 Uhr) kommt der FC Heidenheim in den Sportpark. Zuletzt gab es ein überzeugendes 2:1 in Jena, der Klassenerhalt ist geschafft. Wie froh sind Sie?


KLAUS AUGENTHALER: Ich bin zufrieden. In Jena hat uns keiner etwas zugetraut mit den vielen jungen Spielern. Die Jungs haben das hervorragend umgesetzt. Man merkt, dass sie in dem Jahr, wo wir jetzt zusammenarbeiten, immer mehr verinnerlichen, was ich will.


Was denn?


Ich will Fußball spielen lassen. In der 3. Liga werden sehr viel lange Bälle geschlagen und wir versuchen eben nicht nur die Bälle nach vorne zu hauen und auf den zweiten Ball zu gehen.


Sie haben stets betont, dass es Ihnen Spaß macht in Unterhaching. Wächst da etwas zusammen?


Ich habe schon den Eindruck, dass da etwas zusammengewachsen ist nach der nervenaufreibenden Saison. Was aber immer stabil war, war die Truppe. Wir dürfen aber nicht nur von den Jungen reden. Es gehören auch erfahrene Spieler wie ein Grech oder ein Jerat dazu. Aber die Jungen haben sich ein bisschen freigeschwommen.


Sie haben auch früher in Ihren Vereinen mit jungen Spielern zusammengearbeitet, aber noch nie so massiv wie in Unterhaching, oder?


Ja. Es war immer kurz davor. In Nürnberg war es auch eine sehr junge Mannschaft oder in Leverkusen. Nur da hatte man die Zeit nicht sie reifen zu lassen.


Dennoch sagen Kritiker, dass Sie kein Trainer sind, der wirklich mit jungen Spielern arbeiten kann. Was entgegnen Sie denen?


Was sind das für Kritiker? lch könnte eine Liste aufzählen von jungen Spielern, mit denen ich schon damals zusammen gearbeitet habe. Angefangen bei einem Jarolim in Nürnberg, ein Madlung in Wolfsburg, Castro in Leverkusen. Zudem wollte ich einen Özil oder die beiden Altintops, die damals in Wattenscheid spielten. Mir macht es Spaß mit jungen Spielern zu arbeiten, weil die alles aufsaugen. Ich habe es ja selber erlebt wie schön es ist dazuzulernen. Ich habe mit 32 Jahren noch gemerkt, dass ich einen zweiten Fuß habe.


Früher wurden Sie als Bayern-Coach gehandelt. Heute arbeiten Sie in der 3. Liga und sind weg von der großen Bühne. Vermissen Sie das oder sind Sie rundum glücklich in Unterhaching?


Ich habe mich nie als Bayern-Coach gesehen. Vielleicht hätten mir das viele Leute zugetraut. Ich bin heute happy, weil ich hier Zuhause bin. Ich hätte am Sonntag zu Bayern-Leverkusen raus gehen können, aber ich habe mir Hachings zweite Mannschaft gegen Würzburg angeschaut. Das sagt doch alles.


Wie klappt eigentlich die Zusammenarbeit mit dem neuen Manager Markus Grünberger?


Ich sehe das sehr positiv. Er ist ein junger Mann mit 26 Jahren und sein Vorbild ist Uli Hoeneß, der auch mit 27 Manager wurde. Grünberger macht das bis Ende des Jahres unentgeltlich, weil er das als Chance sieht. Er ist Tag und Nacht für den Verein unterwegs.
Sind Sie froh, dass der Ex-Sportchef Francisco Copado weg ist?


Was heißt froh. Ich finde es eigentlich schade, weil wir im ersten Halbjahr gut zusammengearbeitet haben. Ich habe keine Ahnung, warum dann der Bruch kam.

Herr Augenthaler, bleiben Sie in Unterhaching?


Mir macht es Spaß. Der Verein weiß, dass ich bereit bin weiterzumachen. Mir geht es nicht ums Geld, ich könnte es auch umsonst machen. Ich will eine konkurrenzfähige Drittligamannschaft aufbauen. Interview:

 

 

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