Guillermo Vallori im Interview Vallori: "Wir kaufen Papa ein blaues Hemd"

Guillermo Vallori mit seinen Eltern Inez und Toni. Foto: Plein

Von Mallorca nach München: Die Eltern von 1860-Verteidiger Guillermo Vallori besuchen ihren Sohn. Hier schwärmen sie über den Verein, die Stadt – und klären die Kleiderordnung

 

AZ: Frau und Herr Vallori, Sie besuchen Ihren Sohn Guillermo gerade in München. Da kommt so ein trainingsfreier Tag nach dem ersten Saisonsieg der Löwen gerade recht.

INES: Genau, es ist toll, unseren Guillermo wieder ein paar Tage zu sehen. Nach München kommen wir sehr gerne.

GUILLERMO: Wir sind gleich mal mit der S-Bahn in die Stadt gefahren. Heute sind wir auf dem Viktualienmarkt, meine Mama will ein paar Blumen kaufen, dann gehen wir um zwölf Uhr zum Marienplatz, später in den Englischen Garten. Mein Papa schaut bestimmt auch mal beim Training vorbei.

TONI: Ja, das interessiert mich. Das Spiel am Samstag war ganz schön belastend, wir haben sehr gelitten. Das Spiel war nicht gut, ich bin ja schon immer ein großer Barcelona-Fan, so wie Guillermo. Das war nicht Barcelona, aber Hauptsache die Löwen haben gewonnen, danach waren wir sehr erleichtert. Und diese Atmosphäre war wirklich toll, so viele Zuschauer. In Zürich, wo Guillermo vorher gespielt hat, war dagegen kaum was los.

Ihr Sohn hat sich in nur einem halben Jahr bei den Löwen so gut etabliert, dass 1860 bald mit ihm verlängern will. Dann wäre er noch länger weg von zu Hause.

TONI: Wenn Guillermo hier länger bleiben will, dann muss er das machen. Er hat hier die große Chance bekommen, seine Karriere wieder nach vorne zu bringen und glücklich zu werden. Dafür sind auch wir dem Verein dankbar, hier passt alles. So gut wie es ihm jetzt geht, das ist auch für uns wunderschön.

INES: Ja, wir freuen uns für ihn. Aber so wohl er sich auch in München fühlt, es ist hoffentlich nicht für ewig. Ich hoffe, dass er nach seiner Karriere wieder nach Hause kommt. Aber im Moment ist München besser für ihn als Mallorca. Wenn er aber nach seiner Karriere wegbleiben würde, dann wäre ich nicht glücklich.

GUILLERMO: Nein, das habe ich nicht vor. Und auch wenn es mir jetzt sehr gut geht, eines Tages kehre ich wieder nach Hause zurück.

Ines, wenn Mütter ihre Söhne lange nicht sehen, sorgen sie sich oft, dass die nicht genug zu essen bekommen.

GUILLERMO: Ha! Das ist bei ihr auch so. Wenn sie da ist, kocht sie ständig leckere Sachen.

INES: Wir haben Guillermo einiges mitgebracht aus Mallorca. Zum Beispiel eine Sobrassada, das ist eine berühmte Wurst.

Vorher war Ihr Sohn einige Jahre in Zürich, für viele ist das eine Traumstadt. Doch München scheint Ihnen noch mehr zu gefallen.

TONI: Es ist eine schöne Stadt, ja. Aber dort ist alles sehr ernst. In der Innenstadt sieht man fast nur Männer im Anzug mit einem Aktenkoffer in der Hand. München ist netter, lockerer. Und das Klima ist sehr angenehm.

INES: Wir haben zu Hause 40 Grad. Das Schönste war am Sonntag, da war abends ein Gewitter, danach war die Luft kühl. Das haben wir zu Hause selten. Bei uns ist sehr heiß und trocken. Im Sommer ist es zu heiß manchmal, da hat es Guillermo in München besser.

Eins noch: Toni, nichts für ungut, aber wie findet Ihr Sohn eigentlich die Sache mit Ihrem roten Shirt?

GUILLERMO: Ich wusste, dass diese Frage kommt.

TONI: Ich weiß, dass ich mit roten Sachen aufpassen muss. Und eigentlich mag ich das Hemd gar nicht so gerne. Aber meine Frau...

INES: Mir gefällt es. Aber Guillermo hat uns die Sache mit den roten Kleidern schon erklärt. Ich habe ein paar Sportschuhe in Rot dabei, die sollte ich beim nächsten Mal besser daheim lassen.

GUILLERMO: Unseren Nachbarn auf Mallorca gefallen die Schuhe sicherlich gut, vielleicht wollen die sie haben. Und Papa, ich glaube, wir gehen gleich mal in ein Geschäft und kaufen dir ein blaues Hemd.

 

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