Guardiola lässt 13-mal trainieren Pep startet durch: So läuft's im Trainingslager

Donnerstag bricht der FC Bayern ins achttägige Trainingslager nach Trentino auf. Wie häufig der Neu-Trainer seine Stars schwitzen lässt, wer dabei ist – und wie er es damals Barcelona machte

 

München - Als Pep Guardiola 2008 mit den Stars des FC Barcelona erstmals in ein Trainingslager ins schottische St. Andrews fuhr, versammelte er alsbald den ganzen Tross – Spieler, Trainerteam, Offizielle, sogar Journalisten – im Konferenzsaal des Mannschaftshotels und hielt eine Rede.

"Ich werde Euch bis zum Tod verteidigen", sagte Guardiola, wenige Wochen zuvor noch Trainer der zweiten Mannschaft, "aber im Gegenzug werde ich viel einfordern. Ich werde Euch jeden Fehler auf dem Platz vergeben, aber ich vergebe Euch nicht, wenn ihr nicht euer Herz und eure Seele für den Verein gebt." Anschließend ließ er sie durch die schottische Pampa laufen.

Ob Guardiola Ähnliches mit Bayern vor hat? Am Donnerstag fällt der Startschuss fürs achttägige Trainingslager im italienischen Trentino. "Es wird sehr warm, wir werden alle schwitzen müssen", sagt Thomas Müller. 30 Grad sind angesagt: "Für Urlaub wär’s mir ganz recht, zum Trainieren sind mir zehn Grad weniger lieber."

Wie die vergangenen drei Jahre werden die Bayern wieder am Nordufer des Gardasees in Riva wohnen, wie vergangene Saison im „Genusshotel Lido Palace“ (5 Sterne) residieren und fünf Kilometer entfernt unterhalb der Ruine des Castello di Arco trainieren.

Freitags und am Dienstag stehen Tests gegen eine Paulaner-Auswahl und den Zweitligisten Brescia an.

Vom Profi-Kader stießen gestern Daniel van Buyten, Claudio Pizarro und Mario Mandzukic zum Team; fehlt nur noch Arjen Robben, der nach Italien nachreist. Mario Götze (Muskelfaserriss), Bastian Schweinsteiger (Knöchel-OP) und Holger Badstuber (Kreuzbandriss) fahren mit. Götze: "Top! So kann mich ein bisschen ins Team einleben."

Mit nach Trentino reisen auch sieben Nachwuchsspieler: Rico Strieder (20), Benno Schmitz (18), Alessandro Schöpf (19), Daniel Wein (19), Julian Green (18), Vladimir Rankovic (20) und Oliver Markoutz (18). Die Confed-Cup-Teilnehmer Luiz Gustavo, Dante und Javi Martínez steigen erst in zwei Wochen ein.

"Der Konkurrenzkampf wird so hart wie noch nie", sagt Müller. Unter Pep fangen alle "bei Null" an, meint Sammer. Trainiert wird immer um 10 Uhr und nachmittag – 13 Einheiten sind insgesamt geplant. Vormittags ist das Training frei zugänglich, nachmittags schiebt Pep den Riegel vor.

"Die Botschaft ist, sich aneinander zu gewöhnen", sagt Sammer. Je intimer der Rahmen, desto besser. Bei Louis van Gaal und Jupp Heynckes waren dagegen alle Einheiten öffentlich gewesen.

Bleibt die Frage, wie schnell Pep die Kommunikation verbessert. "Mein Deutsch ist eine Katastrophe", soll er laut "Sport Bild" bei der ersten Ansprache gesagt haben, greift deswegen viel auf Englisch zurück. Seine Message aber bringt er rüber. "Dafür, dass Deutsch nicht unbedingt sprachverwandt mit Spanisch ist, macht er das gut", sagt Müller.

Sammer dagegen mahnt: "Ich erwarte von den Spielern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Sensibilität. Wenn sie was nicht verstehen, sollen sie sofort nachfragen. Und vom Verein erwarte ich ein wenig Geduld. Das ist kein Alibi! Aber einen Prozess, der keine Zeit braucht, habe ich noch nicht erlebt."

 

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