Großhadern Mordanschlag im Kreißsaal: So reagiert das Klinikum

Das Perinatalzentrum im Klinikum Großhadern: Hier geschahen die unfassbaren Mordversuche auf die werdenden Mütter. Kleines Bild: Betretene Gesichter: Hebamme Heike Wolff, Dr. Uwe Hasbargen und Prof. Karl-Walter Jauch. Foto: Daniel von Loeper

Als Hebamme sollte sie Kindern ins Leben helfen - stattdessen soll sie versucht haben, vier Müttern das Leben zu nehmen. Der unglaubliche Verdacht gegen eine Mitarbeiterin erschüttert Großhadern. Wie das Klinikum jetzt damit umgeht.

 

München - Nach der Verhaftung einer Hebamme wegen versuchten Mordes an vier werdenden Müttern justiert das Münchner Universitätsklinikum Großhadern seine Abläufe nach. "Prinzipiell ist es so, dass wir jeden Prozess noch einmal überprüft haben, ob wir ihn nicht weniger manipulationsanfällig machen können und ob wir das Risiko einer Beimischung verringern können", sagte der Leiter des Zentrums für Geburtshilfe, Uwe Hasbargen, am Freitag.

Unter anderem sollen Infusionen nun erst kurz vor der Operation vom Anästhesisten gelegt werden.

Die Hebamme soll vier Frauen bei Kaiserschnitt-Geburten in der Münchner Universitätsklinik blutverdünnende Mittel in die Infusion gemischt haben. Die Frauen verloren große Mengen Blut und konnten nur dank notfallmedizinischer Maßnahmen gerettet werden.

Die Ermittler gehen von einem heimtückischen Mordkomplott aus. „Wir sind betroffen, wir sind bestürzt“, sagte der ärztliche Direktor des Klinikums, Karl-Walter Jauch. Es deute einiges darauf hin, dass die Frauen mit Risikoschwangerschaften gezielt ausgesucht worden seien. „Umso schlimmer finde ich das auch menschlich“, sagte der Direktor der Frauenklinik, Klaus Friese. „Es ist eine ganz fürchterliche Situation für uns alle.“ Die schwangeren Frauen fühlten sich in der Klinik gut versorgt und in Sicherheit. Die Hebamme habe die Arg- und Wehrlosigkeit der Opfer ausgenützt, so der Staatsanwalt.

 

1 Kommentar