Große Pläne für 2012: "Wir kippen die dritte Startbahn endgültig"

Der Bund Naturschutz ist überzeugt, das Projekt heuer endgültig begraben zu können. Ansonsten will er weiterhin gegen den zunehmenden Flächenfraß im Freistaat kämpfen. (Archivbild) Foto: Gregor Feindt

Der Bund Naturschutz ist überzeugt, das Projekt heuer endgültig begraben zu können. Ansonsten will er weiterhin gegen den zunehmenden Flächenfraß im Freistaat kämpfen.

 

MÜNCHEN Große Pläne und ein Rekord: Der Bund Naturschutz Bayern (BN) schwimmt auf einer Erfolgswelle, was die Mitgliederzahlen angeht. Knapp 180000 sind es im ganzen Freistaat, in Oberbayern wurde Ende 2011 mit 60915 Mitgliedern ein neuer Höchststand erreicht. BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger spottet: „Gut 5000 sind dazu gekommen. Das sind mehr Mitglieder, als die FDP insgesamt noch in Bayern hat.” Erklärtes Ziel der Aktivitäten für 2012: Der BN will die dritte Startbahn stoppen.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Projekt nicht nur durch die Rechtssprechung verhindern können”, so Weiger. „Sondern auch durch den konsequenten Widerstand der Bevölkerung.” Das Naturschützer „grundsätzlich optimistisch” sind, räumt der Landesvorsitzende gerne ein. Aber er ist auch davon überzeugt, dass „wir für das größenwahnsinnige und naturzerstörerische Projekt schlichtweg kein Geld haben”.

Sehr positiv sieht man beim Bund Naturschutz die Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren gegen den Airport-Ausbau. Bisher gibt es rund 20000 Unterstützer-Unterschriften, so Christian Hirneis, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe München. „Wir sind überzeugt, dass wir den Bürgerentscheid gewinnen. Und wir werden 2012 die dritte Startbahn endgültig ad acta legen.”

Für Christine Margraf von der BN-Fachabteilung München ist es ein Erfolg der Naturschützer, dass das Milliardenprojekt im Erdinger Moos längst nicht mehr als regionales, sondern als landesweites Thema gesehen wird: „Wir haben in den letzten Jahren den Widerstand deutlich ausgedehnt.” Für Margraf geht es bei diesem „Luxus-Projekt” um eine „grundsätzliche Richtungsentscheidung: für künstliches Wachstum ohne Bedarf und den Profit der Lufthansa – oder für den Schutz von Natur, Mensch und Klima”.

Grundsätzlich geißelt der Bund Naturschutz Bayern „den extrem sorglosen Umgang der Genehmigungsbehörden mit der Natur. Warnungen der Naturschützer würden „belächelt und nicht ernst genommen”. BN-Chef Weiger: „Gerade in der Wachstumsregion Oberbayern werden der Schutz der Natur und intelligente Lösungen in politischen und behördlichen Entscheidungen noch viel zu oft auf dem Altar des Wachstumsglaubens geopfert.”

Laut dem Landesbeauftragen Richard Mergner wird deshalb eines der Schwerpunktthemen des BN der Kampf gegen den ungebremsten Flächenverbrauch etwa für Ortsumfahrungen sein. In Sachen Verkehr und Mobilität spricht Mergner den zuständigen Ministern Ramsauer, Zeil und Herrmann eine „klassische Fehlanzeige” zu: Sie hätten keine zukunftsfähigen Konzepte, betrieben den Weiterbau „ökologischer Todsünden” wie der A 94 und unterließen Investitionen in sinnvolle Schienen-Projekte.

Als gescheitert sehen die BNler ein von ihnen vehement bekämpftes Großprojekt an: „Die zweite Stammstrecke kippt gerade”, so Christian Hirneis. 

 

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