Große Klänge, große Bilder Muse feiern in der Olympiahalle den Weltuntergang

Muse live in der Olympiahalle München. (Archivfoto) Foto: imago

Die Apokalypse kommt in Form von Drohnen, orgiastischen Gitarrenklängen, HD-Computerbildern und den Farben Blau, Grün und Rot. Mittendrin: Matthew Bellamy, der sich die Seele aus dem Leib falsettiert. Muse sind in die Olympiahalle gekommen. Das Konzert ist ausverkauft – nicht, dass irgendjemand etwas anderes vermutet hätte. Die 360-Grad-Bühne ist musikalisches Zentrum des Konzerts und Megakino zugleich.

 

Bellamy und Muse-Bassist Christopher Wolstenholme laufen von einem Ende zum anderen, wechseln fließend zwischen den zwei Dutzend Mikrophonständern, die auf den Außenplattformen und dem rotierenden Zentrum verteilt sind. In dessen Mitte thront Schlagzeuger Dominic Howard und gibt den Takt zum Weltuntergang vor.

Immer wieder fallen Vorhänge herab, auf die Projektoren Bilder von Computer-Innenleben, mörderischen Künstlichen Intelligenzen, Klangwellen und von der Band selbst werfen.

Das raumschiffartige Aussehen der Bühne passt zu Muse. Science-Fiction war schon immer die Leidenschaft der Musiker. Klein ist hier nichts. Klein können Muse in dieser Phase ihres Schaffens wohl auch gar nicht mehr – brauchen sie auch nicht.

Eine der besten und größten Livebands

Das Publikum feiert die Zwei-Stunden-Show frenetisch. Nicht nur, dass man durch die Anlage der Bühne auch von ganz oben einen guten Blick auf die Band hat. Muse fangen das Konzert zwar mit ein paar Songs aus ihrem neuen Album "Drones" an. Über dessen Songs lässt sich nach wie vor prächtig streiten. Schnell wechselt die Musik aber zu Fan-Favoriten wie "Time is Running out", "Plug In Baby" und "Supermassive Black Hole". Und die alten Songs passen verdammt gut zum neuen Material.

Dass Muse immer noch zu den besten und größten Livebands gehören, ist nach diesem Konzert unbestreitbar.

Eine Zugabe gibt es nicht. Wie auch, schließlich fahren Bellamy, Howard und Wolstenholme am regulären Ende nichts anderes als den tatsächlichen Weltuntergang auf – und dem wohnt das Finale ja schon inne: Eine entfesselte Künstliche Intelligenz zerstört alles, was sie vorher aufgebaut hat – und Muse liefern den Soundtrack dazu. Danach ein paar Songs zum Abschied, Händeschütteln, Muse verlassen ihr Raumschiff.

Was soll nach der Apokalypse auch schon noch großartig kommen?  

 

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