Großbritannien Britisches Parlament vereint gegen Murdoch

Kurz vor der Abstimmung über die Zukunft des Medienkonzerns von Rupert Murdoch in Großbritannien zeichnet sich eine Einigung zwischen Regierung und Opposition in London ab.

 

London - Ein Treffen der Chefs der drei größten Parteien am späten Dienstagabend sei "positiv" verlaufen, zitierte die Nachrichtenagentur PA eine nicht näher genannte Regierungsquelle. Man sei "sehr nahe an einer Einigung über den Aufbau der Untersuchungskommission".

In seltener Einigkeit hatten der konservative Premierminister David Cameron, der Chef des liberaldemokratischen Koalitionspartners, Nick Clegg, sowie der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Ed Miliband, am Dienstag signalisiert, für den vorläufigen Stopp von Murdochs Aktivitäten auf der Insel stimmen zu wollen.

Dabei geht es um die geplante Übernahme des britischen Bezahlsenders BSkyB durch Murdoch. Nach dem Abhörskandal rund um Murdochs Verlag News International und die inzwischen eingestellte Zeitung "News of the World" hatten die Sozialdemokraten gefordert, dass über die BSkyB-Übernahme erst entschieden werden dürfe, wenn die Polizeiermittlungen vorbei seien.

Cameron wollte am Nachmittag eine Stellungnahme zum weiteren Vorgehen im Abhörskandal abgeben. Nachdem herausgekommen war, dass bis zu 4000 Telefone von Prominenten und Privatleuten von Journalisten angezapft worden sein könnten, hatte Cameron eine unabhängige Untersuchung der Fälle angekündigt. Außerdem will er die Bestimmungen für die Presse im Königreich reformieren.

 

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