Griechenland-Krise Merkel und Hollande verlangen schnelle Vorschläge Athens

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande am 06.07. in Paris. Foto: dpa

Sie gelten als äußerst wichtige Akteure für eine Lösung der griechischen Krise. Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande stimmen vor dem Euro-Sondergipfel ihre Positionen ab - und wollen endlich präzise Vorschläge sehen.

 

Paris - Deutschland und Frankreich machen der griechischen Regierung Druck bei der Suche nach einer Lösung für die Finanzkrise. Athen müsse "dringend" konstruktive Vorschläge machen, betonten Frankreichs Präsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag nach einem Treffen in Paris teils wortgleich in kurzen Statements. "Es gibt Zeitdruck für Griechenland und es gibt Zeitdruck für Europa", sagte Hollande.

Merkel forderte den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras auf, rasch einen konkreten Plan für die wirtschaftliche Zukunft seines Landes zu unterbreiten. "Hierbei drängt die Zeit. Wir werden darauf Wert legen, dass in dieser Woche solche Vorschläge auf den Tisch kommen müssen", sagte Merkel im Élyséepalast. Sie erwarte präzise Vorschläge für ein mittelfristiges Programm, das Griechenland wieder Wachstum bringe. Bereits am Dienstag kommen in Brüssel die Staats- und Regierungschefs der Euroländer zu einem Sondergipfel zusammen.

"Wir sagen sehr deutlich, dass die Tür für Gespräche offen bleibt", betonte Merkel. Für Verhandlungen über Hilfen unter dem Dach des Euro-Rettungsschirms ESM seien die Voraussetzungen aber zurzeit nicht gegeben.

Auch aus Sicht Hollandes braucht Griechenland langfristige Lösungen. "Es gibt nicht mehr viel Zeit", betonte Hollande. Tsipras müsse jetzt Vorschläge machen. Dabei sei "der Gleichklang von Solidarität und Verantwortung die Leitlinie für die kommenden Tage".

Merkel und Hollande wollten vor dem Treffen der 19 Euro-Länder eine gemeinsame Linie abstimmen. Merkel hob in Paris zugleich hervor, wie wichtig die Reaktionen in allen Euro-Ländern seien. "Auch das ist Demokratie", sagte die Kanzlerin.

 

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