Grexit am 30. Juni? Merkel wappnet sich für Griechenland-Pleite

Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich mit einer möglichen Pleite Griechenlands auseinandersetzen. Foto: dpa

Lange wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel es nicht wahrhaben, doch eine Griechenland-Pleite wird immer wahrscheinlicher. Sie soll bereits wissen, dass die Zeit nicht mehr reicht, um das Land bis zum 30. Juni zu retten.

 

Berlin - Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung bereitet sich Berlin auf eine Staatspleite Griechenlands vor. Am Mittwochabend verhandelte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brüssel mit Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande und Griechenlads Premierminister Alexis Tsipras.

Als die drei Politiker um kurz nach Mitternacht auseinanderging schien das, was die Kanzlerin immer hatte vermeiden wollen, offenbar immer wahrscheinlicher: Die Staatspleite Griechenlands.

Was tun bei einer Griechenland-Pleite?

Unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen berichtet die Zeitung, es gebe konkrete Beratungen, was im Falle einer Pleite zu tun sei. Danach sei unter anderem im Gespräch, bei einer Staatspleite Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland einzuführen.

Außerdem werde ein Schuldenschnitt für das Land diskutiert. Regierungsbeamte stünden darüber in einem engen Austausch auch mit Mitarbeitern der Europäischen Zentralbank.

 

Griechenland nicht mehr zu retten?

Einen konkreten Plan, wie im Falle einer griechischen Staatspleite zu reagieren sei, habe die Bundesregierung allerdings nicht, berichtete die Zeitung. Vieles müsse ad-hoc entschieden werden. "Auch die Kanzlerin weiß jetzt, dass die Zeit nicht mehr reichen wird", um Griechenland bis zum 30. Juni zu retten, zitiert "Bild" einen hochrangigen Diplomaten.

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