Greuther Fürth Sercan, der Glückliche

So jubelt ein Matchwinner: Fürths Sercan Sararer Foto: Wolfgang Zink

INGOLSTADT Er malte ein großes Herz in den Ingolstädter Regenhimmel und schwebte auf Wolke sieben: Sercan Sararer. Gerade hatte der Stürmer das Kleeblatt nach einem Slalomlauf durch die gesamte Ingolstädter Abwehr mit einem feinen Schlenzer 1:0 in Führung gebracht (15.Minute).
Es war ein Tor für seine Liebste, ein Treffer für sein wiedergewonnenes privates Glück namens Christina. „Ich habe das Herz für meine Freundin gezeichnet, das hatte ich ihr versprochen”, strahlte der 21-Jährige im Audi-Sportpark.

Drei Tore, zwei Vorlagen


Dort hatte er zudem mit der perfekten Vorlage zum 2:0 durch Leo Haas (83.Minute) noch einen Scorerpunkt ergattert. Ist der gebürtige Nürnberger mit türkisch-spanischen Wurzeln Fürths Joker im Aufstiegsrennen? Nimmt man die letzten beiden Spiele, das 3:1 gegen Cottbus und nun das 2:0 in Ingolstadt als Maßstab, könnte es sein. Denn da ließ Trainer Mike Büskens Sararer zwei Mal von Anfang an ran. Drei Tore, eine Vorlage, wahrlich keine schlechte Bilanz für einen, „den wir erst auf den Arsch treten mussten und der es jetzt positiv zurückgibt”, wie Kapitän Thomas Kleine erklärte. Und: „Sercan soll weiter wichtige Tore für uns machen, schon am Sonntag gegen Bochum.”

"Sercan bringt alles mit"


Sararer kämpft, marschiert und trifft. Mit sechs Toren führt er mittlerweile die SpVgg-Torschützenliste an. In der Vorrunde war er mit drei Treffern bereits erfolgreichster Zweitliga-Joker, in der Rückrunde hat er sogar Danijel Aleksic, die Leihgabe aus Genua, verdrängt. „Wenn man nicht spielt, kann man halt keine Tore schießen”, sagt Sararers Berater Fritz Popp dazu. Der ehemalige Club-Meisterspieler hatte Sercan vor fünf Jahren in der Fürther B-Jugend entdeckt und gefördert. „Sercan bringt alles mit”, meint Popp, „aber er muss im Sturm spielen, immer knapp an der Abseitsgrenze.”
In dieser Saison war Sararer allerdings in ein privates Loch gefallen. Seine Lebensgefährtin Christina hatte ihn mit Töchterchen Mia verlassen. Das machte Sercan, dem Familienmenschen, schwer zu schaffen. Nun, da alles wieder in Butter ist, trifft er wieder. „Wenn man den Kopf frei hat”, sagt Sararer, „dann läuft es und dann trifft man auch.”
Das sollen auch die Bochumer am nächsten Sonntag (13.30 Uhr) zu spüren bekommen.

Matthias Hertlein

 

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