Grand Prix von Monaco Ganz viele Verlierer: Formel voller Fehler

Lewis Hamilton feiert seinen Triumph in Monaco. Foto: dpa

Nico Rosberg, Sebastian Vettel in seinem Ferrari und Red Bull patzen alle beim Großen Preis von Monaco. Nach sieben sieglosen Monaten feiert Hamilton dort seine sportliche Wiederauferstehung. "Ich will das genießen!"

 

Monte Carlo -  Ein strahlender, ein feixender, ein überglücklicher Sieger – und ganz viele Verlierer. Der Große Preis von Monaco war die Wiederauferstehung von Weltmeister Lewis Hamilton, der unglaubliche sieben (!) Monate kein Rennen mehr gewonnen hatte, der in dieser Saison ungläubig und mit ständig wachsendem Frust – und, ja, auch Wut – zusehen musste, wie ihn sein Teamkollege Nico Rosberg ein ums andere mal rasierte. Doch an einem Tag, an dem es in Strömen regnete, an dem der Fahrer und dessen Können im Mittelpunkt standen, triumphierte eben Hamilton.

Es war sein 44. Grand-Prix-Sieg. „Das ist so eine spezielle Zahl für mich und meine Familie, ich kann nicht glauben, dass ich jetzt 44 Siege geschafft habe in der Formel 1“, sagte Hamilton: „Ich will das jetzt genießen, weil das nur einmal passiert.“ Durch den Sieg ist der Vorsprung von Rosberg auf Hamilton auf nur noch 24 Punkte geschmolzen.

„Ich hatte keine Chance zu gewinnen, aber es war ein fürchterliches Gefühl, Lewis vorbeiziehen zu lassen. Das hat geschmerzt“, sagte der 30-Jährige zur entscheidenden Szene. Weil sein Auto technische Probleme hatte, musste er Hamilton auf Anweisung des Teams überholen lassen. Ausgerechnet der Mann, der Rosbergs ärgster Gegner im Kampf um die Weltmeisterschaft ist, gewann im Fürstentum.

Es war ein großer, ein mutiger Sieg – und ein echtes Statement. „Es ist eine große Erleichterung, dass wir diesen Sieg mit ihm geschafft haben nach dieser üblen Pechsträhne“, betonte Teamchef Toto Wolff. Die vergangenen Wochen, in denen Hamilton in China und Russland unter anderem in der Qualifikation von einem defekten Hybridsystem ausgebremst worden war, hätten den Briten gestärkt – und auch ihre Beziehung, meinte Wolff. „Wir hatten viele Diskussion und schwere Momente. Wir brauchten diesen Sieg, er brauchte diesen Sieg.“

 

Hamilton jubelnd, Rosberg frustriert. Nach einem „katastrophalen“ Wochenende suchte er bei seinen Liebsten nach etwas Ablenkung. „Ich versuche, das Rennen zu vergessen und verbringe etwas Zeit mit der Familie. Das hilft“, sagte der WM-Spitzenreiter. Anstatt in Monaco zum vierten Mal in Serie zu siegen, wurde er nur Siebter beim Heimrennen und erlebte einen der bittersten Tage seiner Karriere. Er war einer der Verlierer dieses Rennens im Fürstentum.

Vettel: "Kein Grund zur Panik"

Aber beileibe nicht der einzige. Auch für Ferrari und Quadruple-Weltmeister Sebastian Vettel lief es – mal wieder – nicht. Doch Vettel stellt sich in bester Michael-Schumacher-Manier auch nach dem sechsten Saisonrennen ohne Sieg vor seine Ferrari-Mannschaft. „Das Team hat einen großartigen Job gemacht, es lag an mir“, betonte er. „Ich werde aber nicht von der Brücke springen“, fügte er mit einem Schmunzeln hinzu: „Es gibt keinen Grund zur Panik, das Auto ist schnell. Alles in allem ist nichts falsch.“ Aber auch nicht viel richtig, denn Ferrari trat mit dem Ziel in dieser Saison an, im Titelkampf mitzureden. „Aufgeben liegt nicht in der DNA von Ferrari“, betonte Teamchef Maurizio Arrivabene. 15 Rennen kommen immerhin noch.

Doch die roten Renner sind in der Hierarchie hinter Red Bull zurückgefallen. Die vermasselten sich einen Sieg in Monaco selber, als sie beim Boxenstopp von Daniel Ricciardo keine Reifen für den Führenden parat hatten. Der Australier ärgerte sich über die „kopflosen Hühner“ in der Box. Ein Fauxpas, für den es viel Häme gab. „Wir als Team müssen uns bei Daniel entschuldigen, auch wenn es nicht zu entschuldigen ist“, sagte Teamchef Christian Horner: „Wir haben es nicht geschafft, ihn zu unterstützen.“

Und sie haben ihn so – trotz Platz zwei – zu einem der Verlierer von Monaco gemacht. 

 

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