Grabschändung in Essenbach Vandalen auf dem Friedhof

So sieht das Grab normalerweise aus ... Foto: Gunnar Giftthaler

Auf dem Friedhof St. Joseph in Essenbach wird mehrfach auf einem Grab randaliert - Die Geschädigte erstattet nun Anzeige

Essenbach - Zerschlagene Porzellanfiguren, herausgerissene Pflanzen, verstreute Ziersteine - das Grab der Groß- und Urgroßeltern von Sarah Schmidt auf dem Friedhof der Kirche St. Joseph wurde innerhalb von vier Tagen dreimal Zielscheibe von Vandalismus. Das Erstaunliche: Nur dieses Grab wurde angerührt, die anderen sind unversehrt. Die Geschädigte erstattet nun bei der Polizei Anzeige gegen den bislang unbekannten Täter.

Sarah Schmidt geht jeden Tag an das Familiengrab ihrer Großmutter sowie ihrer beiden Urgroßeltern. Vor allem mit Oma Adolfine war sie sehr eng verbunden, beschreibt sie als "ganz wichtige Person in meinem Leben". Auch 18 Jahre nach ihrem Tod ist der Enkelin der tägliche Besuch des Grabes heilig. Dort schaut sie nach der Grableuchte und gießt das Heidekraut, die Astern und den Silberdraht.

Sarah Schmidt ist am Samstag schockiert: Das Grab ist zerstört

Beim Besuch am Samstag dann der erste Schock für die 30-Jährige: auf der rechten Grabseite wurden Pflanzen herausgerissen. Am Dienstag folgte ein Anruf ihres Onkels, nun waren auch auf der anderen Hälfte die Pflanzen weg und der Grabstein mit Erde verschmiert. Mittwoch früh die endgültige Gewissheit, dass es sich nicht nur um einen bösen Streich handeln kann: Einem Porzellanengel wurde das Gesicht zertrümmert, ein anderer liegt völlig zerstört in zwei Hälften auf dem Grab. Auch die Ziersteine liegen kreuz und quer verstreut herum.

Die 30-Jährige beschließt, die Polizei anzurufen, um die Angelegenheit zu melden. Nachdem sie auch die AZ informiert hatte, beschließt sie nach anfänglichem Zögern, doch noch Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. "Ist wahrscheinlich besser", meint sie. Das Familiengrab ist zur großen Verwunderung von Schmidt das einzige, das verunstaltet wurde. "Ich bin wütend, traurig und enttäuscht", beschreibt sie den Anblick.

Wer dahinterstecken könnte, weiß sie nicht. Auffällige Gruppen gebe es in der Gegend keine, sie habe auch mit niemandem Streit. Und ihre verstorbene Großmutter sei eine allseits beliebte, gerngesehene Person gewesen. "Aber wer würde sich auch nach 18 Jahren noch am Grab vergehen?", wundert sie sich. Sie habe überhaupt kein Verständnis, wie man zu so etwas fähig sein könne: "Wie krank muss man sein, um sowas zu tun?".

Der Fall ist für den Kirchenpfleger völlig neu

Ein solcher Fall ist auch Kirchenpfleger Georg Riedl neu. Vor Jahren sei einmal ein Opferstock aus der Kirche gestohlen worden, aber Vandalismus am Grab habe es nie gegeben, so Riedl.

Vandalismus auf Friedhöfen sei kein häufiger Tatbestand, befindet auch Stefan Gaisbauer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern. Erfahrungsgemäß stecken dabei oft jugendlicher Übermut oder persönliche Fehden dahinter. Bei der Aufklärung der Sachbeschädigung sei man auf Zeugenaussagen sowie hinterlassenen Spuren oder Gegenständen angewiesen. Aus Angst vor weiteren Beschädigungen will Schmidt nun das Grab erst einmal leerräumen. Den Schaden kann sie nicht beziffern, ist aber froh, dass der Grabstein heilgeblieben sei. "Da ich nicht nachts auf dem Friedhof zelten kann, bin ich auf Beobachtungen angewiesen", meint sie.

Sie bittet Ortsansässige, Augen und Ohren offenzuhalten und Auffälligkeiten an die Polizei Landshut unter der Nummer 0871/92520 zu melden.

 

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