Gomez zurück im DFB-Team "Super Mario" ist zurück: "An guten Tagen" tödlich

Nach guten Leistungen bei seinem neuen Verein Besiktas Istanbul wurde Mario Gomez wieder in die Nationalmannschaft berufen. Foto: Augenklick/GES-Sportfoto

Mario Gomez geht erstmals seit September 2014 wieder für die DFB-Auswahl auf Torejagd und soll die Sturmflaute beim Weltmeister beenden. In der Vergangenheit habe er sich als Spielertyp "nicht richtig wertgeschätzt" gefühlt, berichtet der 30-Jährige.

 

München - Mario Gomez war sichtlich nervös. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im Kreise der deutschen Fußball-Weltmeister seit 14 Monaten knubbelte der alte, neue Hoffnungsträger für den schwächelnden Sturm aufgeregt am Kronkorken einer Wasserflasche herum. Seine einstige Coolness, die sich Bundestrainer Joachim Löw angesichts der Offensivmisere vom Rückkehrer erhofft, will der 30-Jährige am Freitag auf dem Platz zeigen.

"Für mich ist jedes Spiel jetzt hier wichtig", sagte Gomez mit Blick auf das "Rendezvous in Paris" mit EM-Gastgeber Frankreich am Freitag (21.00 Uhr/ARD), wo er 436 Tage nach seinem letzten Einsatz im DFB-Dress sein nächstes Comeback geben soll. "Er ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann", sagte Löw über den Angreifer, der für seinen neuen Klub Besiktas Istanbul in den vergangenen zwölf Pflichtspielen immerhin neunmal getroffen hat.

Nach den jüngsten Länderspielen gegen Irland (0:1) und Georgien (2:1) hatte Löw angesichts der andauernd schwachen Chancenverwertung seiner Stars Alarm geschlagen. "Wir sind nicht mehr tödlich", rief Löw. Gomez, aber auch Neuling Leroy Sané, sind Teil der Lösungsstrategie des Bundestrainers. Ist Gomez, der für den VfB Stuttgart und Bayern München Tore am Fließband schoss, nach zwei von Verletzungen beschwerten Jahren in Florenz noch tödlich? "An guten Tagen bestimmt", sagte er am Dienstag, obwohl ihm das Wort in diesem Zusammenhang nicht gefalle.

"Super Mario" hat in Italien Demut gelernt. "Die letzten beiden Jahre waren tatsächlich nicht schön. Ich hatte nicht mehr viel Spaß an den Spielen, weil ich keine Fitness hatte", sagte er. Oft spielte er gar nicht, weil mal wieder irgendwas kaputt war; dann verpasste er die WM - und saß weinend in der Kabine.

Inzwischen ist sein Lächeln zurück, am Dienstag wurde es nur vom Dauergrinsen des neben ihm platzierten Lukas Podolski überstrahlt. "Ich will das jetzt einfach genießen", sagte Gomez über die Rückkehr, "aber das ist nur ein Anfang."

Gomez habe sich die Chance verdient, betonte Löw. Der Bundestrainer hat sich in der Türkei persönlich ein Bild von seinem Kandidaten gemacht. "Ich habe gesehen, dass er eine sehr gute Körpersprache hat, sich hervorragend bewegt, körperliche Fitness und das Selbstbewusstsein hat, in vielen Spielen getroffen zu haben. Das spürt man förmlich auf dem Platz. Er traut sich sehr viel zu", sagte er. In dieser Verfassung sei Gomez "im Sechzehner extrem gefährlich". Damit verkörpert er das, was der DFB-Elf zuletzt abging.

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Gomez meinte, er habe sich in der Vergangenheit als Spielertyp "nicht richtig wertgeschätzt" gefühlt. Das galt vor allem für den Nationalspieler Gomez. Nach seinem inzwischen legendären Fehlschuss bei der EM 2008 gegen Österreich wurde er über Jahre verspottet; das setzte sich bei seinem jüngsten Comeback im September 2014 fort, als er gegen Argentinien in Düsseldorf ausgepfiffen wurde. Unabhängig von seiner Person sei er aber überzeugt, dass Deutschland einen Spieler brauche, "der vorne drin spielt", betonte Gomez.

Thomas Müller, Max Kruse, der verletzte Mario Götze, Kevin Volland und auch Sané haben ein anderes Profil. Im Schalker Sané sieht Löw "riesiges Potenzial. Er sieht gut freie Räume und ist wahnsinnig schnell." Gomez mag es vernommen haben - und muss jetzt cool bleiben.

 

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