Gomez-Transfer zu Florenz stockt "Er ist stark, aber er kostet zu viel"

Der AC Florenz kann oder will Mario Gomez zunächst nicht verpflichten. Der Poker zieht sich plötzlich in die Länge, der Stürmer muss weiter mit Bayern trainieren.

 

München/Riva del Garda - Endlich Italien! Mario Gomez hat München gestern – wie angekündigt – in Richtung Süden verlassen.

Blöd für ihn: Statt wie vorgehabt beim AC Florenz anzuheuern, musste der Stürmer mit dem FC Bayern nach Verona fliegen, wird vorerst ganz normal weiter mit dem Triple-Sieger trainieren und das Trainingslager absolvieren.

Noch schlimmer für ihn: Der Wechsel nach Florenz gerät ins Stocken – und zwar so richtig. "Die Situation ist einfach: Er ist stark, aber kostet zu viel Geld! Florenz ist ein solider Klub", sagte Fiorentina-Sportdirektor Daniele Prade gestern bei der Vorstellung des neuen Trikots der Viola.

"Gomez interessiert uns sehr, man kann aber nicht behaupten, dass die Verhandlungen abgeschlossen sind, wie einige Medien berichtet haben." Ups.

Der Knackpunkt: Florenz kann die vom FC Bayern geforderten 20 Millionen Euro nicht aufbringen. Das hängt vor allem an der Personalie Stevan Jovetic – die Fiorentina wollte den 23-jährigen Montenegriner eigentlich für 30 Millionen an Juventus Turin verkaufen, doch die Verhandlungen scheiterten.

"Jovetic wird wegen des Verhältnisses zwischen uns und der Fiorentina nicht kommen", sagte Juve-Generaldirektor Giuseppe Marotta dieser Tage angesäuert. Nun muss Florenz erst einen anderen Abnehmer für Jovetic finden, bevor man das erforderliche Geld für Gomez in die Hand nehmen kann. Oder zumindest Adem Ljajic (Marktwert: 10 Millionen Euro) los werden.

Prade: "Vereinspräsident Andrea Della Valle will, dass wir Spieler verkaufen, bevor wir andere erwerben." Florenz stellt es so dar, als wären die 15 Millionen, die man bislang für Gomez bot, das letzte, zusammengekratzte "Kleingeld" gewesen. Der Verein tut so, als wäre man gar nicht mehr so scharf auf Gomez. "Wir haben Alternativen und sind zu anderen Lösungen bereit", sagte Prade.

Ein Bluff? Wenn, dann zieht er nicht. Bei Bayern beharrt man weiter auf mindestens 20 Millionen Euro. Sportvorstand Matthias Sammer stellte schon am Mittwoch klar: "Unser Standpunkt ist bekannt."

Für Gomez heißt das: Er ist erstmal gestrandet. Am Gardasee, bei Pep Guardiola. Das Transferfenster ist bis 31. August geöffnet, eine Hängepartie deutet sich an.

Guardiola versucht immerhin, die Angelegenheit nach außen hin positiv zu verkaufen. "Ich habe gemerkt, was er für ein großer Fußballspieler er ist", sagte der Trainer gestern – obwohl er Gomez nach gemeinsamer Absprache gar nicht in den Testspielen in Weiden (15:1) und Regen (9:1) eingesetzt hatte. "Ich habe jetzt eine Woche mit ihm gearbeitet, er ist sehr professionell und verhält sich sehr korrekt."

Eine subjektive Ansicht. Gomez wirkt im Training wie ein Außenstehender, isoliert von den So-gut-wie-Ex-Kollegen. "Ich habe ihn zur Professionalität aufgefordert", meinte Sportvorstand Matthias Sammer. Pep klopfte sich dagegen gestern energisch auf die Brust, sagte: "Mario ist mein Spieler, er wird mit uns trainieren. Ich muss in der Lage sein, das Beste für ihn zu machen. Für das andere sind Mario und sein Berater zuständig. Ich weiß nicht, was passiert."

Gomez aber will nur noch weg. Trotz 113 Toren in 174 Pflichtspielen sieht er keine Perspektive mehr bei Bayern und damit seinen Status in der DFB-Elf bedroht. Nach Florenz kommen weiterhin auch der SSC Neapel (wenn er Stürmerstar Edinson Cavani verkauft) und Atlético Madrid (hat sich von Radamel Falcao getrennt) in Frage. Hauptsache: Süden.

 

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