Gnabry und Sanches im Fokus Youngster der U21-EM: Star oder Sternchen?

Renato Sanches (li.) und Serge Gnabry stehen im Fokus bei der U21-EM in Polen. Foto: dpa

Die U21 kann das Sprungbrett zur Weltkarriere sein. Das wissen auch Serge Gnabry und sein zukünftiger Teamkollege beim FC Bayern, Renato Sanches. Beide stehen bei der EM ganz besonders im Fokus.

München - Wohin der Weg von der U21-EM aus führen kann, wissen die deutschen Jungstars ganz genau: Mesut Özil, Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Sami Khedira, Mats Hummels und Co. haben es vorgemacht. 2009 wurden sie mit der U21-Auswahl Europameister, 2014 dann mit der A-Nationalelf in Brasilien gemeinsam Weltmeister. Die Möglichkeiten bei dem Nachwuchsturnier scheinen grenzenlos – genau wie die Erwartungen.

"Serge Gnabry kann einer der Topspieler der EM werden, und ich gehe eigentlich auch davon aus", sagt Horst Hrubesch, der das Team 2009 zum Titel coachte und 2016 mit der deutschen Olympiaauswahl in Rio Silber gewann. Dabei gehörte Gnabry zu Hrubeschs wichtigsten Spielern, wurde mit fünf Treffern Torschützenkönig.

Serge Gnabry: Mit dem Titel im Gepäck zum FC Bayern?

"Serge ist für jede Mannschaft eine Bereicherung. Für mich könnte er auch bei Barcelona spielen, mit seiner Geschwindigkeit, mit der Technik, mit der Art und Weise als Typ", sagt Hrubesch über den Aufsteiger. Nach der U21-EM wird Gnabry, der in der vergangenen Saison in 27 Spielen für Werder Bremen elf Tore schoss und zwei Vorlagen lieferte, sich dem FC Bayern anschließen und daran versuchen, dort das Erbe von Franck Ribéry und Arjen Robben anzutreten.

Am liebsten natürlich mit dem Titel im Gepäck. "Die Mannschaft ist heiß, speziell Davie Selke brennt. In seinem Zimmer haben wir extra zwei Feuerlöscher anbringen lassen", sagte sein Coach Stefan Kuntz vor dem Turnierstart in Polen. Im Auftaktmatch trifft das DFB-Team am Sonntag (18.00 Uhr/ZDF) auf Tschechien. Ähnlich groß wie die Vorfreude ist aber auch der Druck.

Denn nur die Gruppensieger erreichen sicher das Halbfinale. "Gegen Tschechien geht es gleich voll zur Sache. Wir müssen die ersten beiden Spiele gewinnen", sagte Niklas Stark von Hertha BSC. Auf dem Weg zum Titel könnte das deutsche Team auch noch auf Portugal treffen – und Gnabry dabei auf einen künftigen Vereinskollegen: Renato Sanches.

Renato Sanches: U21-EM-Titel soll Abwärtsspirale stoppen

Der 19-Jährige ist ja schon Europameister geworden, mit Cristiano Ronaldo und der A-Nationalelf 2016 in Frankreich. Sanches wurde zum besten Nachwuchsspieler des Turniers gewählt, traf im Viertelfinale gegen Polen zum 1:1 und im Elfmeterschießen. Er schien auf dem Weg zum Weltstar schon ziemlich weit zu sein.

Doch seit seinem folgenden Wechsel für 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon zum FC Bayern erlebt der einstige Shootingstar einen nahezu beispiellosen Absturz. Nur ein einziges Mal spielte er über 90 Minuten und war bei 25 Einsätzen an keinem einzigen Treffer beteiligt. Seine Zukunft in München ist unklar.

Im Nationalteam wurde er vorerst degradiert und spielt statt beim Confed Cup mit der U21 bei der EM. Dort gilt es für ihn nun, seine Abwärtsspirale zu stoppen. Doppeleuropameister zu werden, könnte ihm dabei durchaus helfen.

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