Gladbacher im Fokus Ein Mann für Löw? Stindl gelingt im Moment (fast) alles

Mit den Händen hat's Lars Stindl gerade: Erst das Hand-Tor gegen den FC Ingolstadt, jetzt das fehlende Händeschütteln beim Pokal-Einlaufkind. Aber sportlich läuft's beim Gladbacher. Foto: dpa, twitter.com/Borussia Mönchengladbach EN

Lars Stindl war beim Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals einmal mehr der überragende Mann bei Borussia Mönchengladbach. In dieser Form darf sich der Offensiv-Antreiber Hoffnungen auf den Confed Cup im Sommer machen.

Hamburg - Lars Stindl gelingt im Moment fast alles. Acht Tore hat der Offensiv-Antreiber in diesem Jahr schon geschossen, Borussia Mönchengladbach lässt er 22 Jahre nach dem letzten Pokal-Triumph wieder vom Titel träumen. Der Einzug ins Halbfinale sei "eine Riesensache", sagte Stindl nach dem 2:1 (0:0) beim Hamburger SV.

Erneut war er der beste Mann der Fohlen - und doch leistete sich Stindl an diesem nahezu perfekten Abend einen kleinen Fauxpas. Einlaufkind Jonas wollte vor Anpfiff unbedingt Stindls Hand schütteln, er schaute ihn mit großen Augen an - doch Stindl übersah den Jungen. Die Szene sorgte in den sozialen Medien für einigen Wirbel, und Stindl wirkte in den Katakomben des Volksparkstadions nach der Partie ehrlich überrascht, als ihm Mitarbeiter der Borussia die Szene auf einem Handy vorspielten.

Die Entschuldigung folgte prompt. "Sorry!! Bin auch immer noch nervös vor so einem Spiel!", twitterte Stindl und kündigte an, dem Jungen sein Trikot zu schenken. Und so löste Stindl auch diese Szene elegant. Zuvor hatte der Kapitän seine Borussia erstmals seit fünf Jahren ins Halbfinale des DFB-Pokals geführt.

Der HSV war lange eigentlich die bessere Mannschaft, doch Stindl war da, als sich die Chance bot. Mit seinem Elfmeter (53.) machte der 28-Jährige das so wichtige 1:0, Raffael ebenfalls vom Punkt dann alles klar (61.). Bobby Wood gelang dann nur noch Ergebniskosmetik (90.+2). Im Halbfinale wartet nun Eintracht Frankfurt. Trainer Dieter Hecking geriet hinterher angesichts der Gala-Form seines Anführers ins Schwärmen.

Stindl sei "nicht nur auf dem Platz in einer hervorragenden Verfassung, auch neben dem Platz führt er die Mannschaft. Man merkt, dass er Selbstvertrauen hat und weiß, was er wann zu tun hat", sagte der 52-Jährige: "Er ist megapräsent und momentan in einer herausragenden Verfassung."

Der Titel-Traum lebt. "Wenn man im Pokal antritt, will man nach Berlin und den Pokal auch gewinnen", sagte Hecking. Stindl verkörpert den Gladbacher Höhenflug, sieben der letzten zehn Pflichtspiele gewann der Traditionsklub, erstmals seit der Saison 1969/70 gelang der sechste Auswärtssieg in Serie. Und Stindl gab in Hamburg nach seinem starken Auftritt beim Weiterkommen in der Europa League das nächste Bewerbungsschreiben in Richtung von Bundestrainer Joachim Löw ab.

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"Der Sommerurlaub ist schon ein Stück weit geplant", sagte der Familienvater zwar und eine Reiserücktrittversicherung "momentan noch nicht" Thema, aber gegen eine Einladung zum Confed Cup in Russland würde er sich sicher nicht wehren. Doch Stindl bleibt Stindl und stellt keine Ansprüche.

"Über das Thema Nationalmannschaft mache ich mir noch keine Gedanken. Wir haben im Moment so viel zu tun und sind noch in so vielen Wettbewerben", sagte er: "Es macht im Moment so viel Spaß, da denke ich noch nicht an die mittelfristige Zukunft."

 

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