Giesinger Stalker-Mord Hatte Roland B. seine Tat weit im Voraus geplant?

Von Roland B. fehlt weiter jede Spur. Dem Justizministerium zufolge könnte er auch Selbstmord begangen habe Foto: Polizei/Judith Eisinger

Im August hat Roland B. seine Ex-Freundin auf offener Straße erstochen – noch immer fehlt jede Spur vom 45-Jährigen- Aktuellen Aussagen des Justizministeriums zufolge könnte es sein, dass der Stalker seine Bluttat und die anschließende Flucht schon länger geplant hatte.

 

Giesing - Ein Mann tötet eine Frau vor ihrer Haustür in Giesing auf offener Straße, kann entkommen und unentdeckt bleiben. Rund zweieinhalb Monate nach dem Stalker-Mord haben die Ermittler noch immer keine Spur von Roland B.. Der 45-Jährige stellte seiner Ex-Freundin nach und erstach sie dann.

Nur wenige Tage nach der Tat stellte der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn eine Anfrage an die Staatsregierung und geht dabei auf das Vorgehen der Behörden ein. B. war ein aktenkundiger Stalker, hatte sogar Kontaktverbot mit dem Todesopfer – wie kann es dann dennoch zur Bluttat kommen?

Selbstmord wird nicht mehr ausgeschlossen

Nun antwortet das Justizministerium auf die Anfrage von Brunns. Für Justizminister Winfried Bausback ist es durchaus möglich, dass B. seine Tat und die anschließende Flucht schon lange geplant hatte. Die Erklärung: Zwei Tage nach dem Mord hätte sich der 45-Jährige vor Gericht wegen Nachstellung und dem Vergehen nach dem Gewaltschutzgesetz verantworten müssen. Doch schon etwa einen Monat vor der Tat, am 19. Juli, beantragte er eine Verschiebung des Termins. Er sei am 18. August nicht in München. B. könnte also schon rund vier Wochen vor der Tat über seine Pläne und das weitere Vorgehen genauestens Bescheid gewusst haben.

Die Suche nach dem Täter verlief bis heute erfolglos – und das trotz Öffentlichkeitfahndung, einer Flugblatt-Aktion auf verschiedenen Almhütten in den Alpen (B. gilt als Bergfreund) und einer Ausstrahlung in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Die "SZ" beruft sich auf die Antwort Bausbacks und schreibt: "Ein Suizid des Tatverdächtigen wird mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen".

Die neuen Erkenntnisse, der Suizid und/oder die langfristige Planung könnten theoretisch wahr sein – allerdings bringen sie weiter wenig bis kein Licht ins Dunkel. B. bleibt wie vom Erdboden verschluckt.

 

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