Gewaltexzess U-Bahn-Schläger von Berlin gesteht

"Meine Tat ist eine Schweinerei und durch nichts zu entschuldigen", sagte der Angeklagte Torben P. vor Gericht, der auf diesem Foto mit seinen Anwälten zu sehen ist. Foto: dpa

Beim brutalen Angriff an Ostern rettete ein bayerischer Tourist dem Opfer das Leben. Am Dienstag begann der Prozess gegen den Täter

 

Berlin - Er schlug sein Opfer in einem Berliner U-Bahnhof nieder und trat mit voller Wucht gegen seinen Kopf, als dieser am Boden lag: Jetzt steht der Berliner Gymnasiast Torben P. (18) wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht, sein Kumpel Nico A. (18) ist wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt. Als Nebenkläger verfolgt Georg Baur aus dem bayerischen Ederheim den Prozess: Er war dem Opfer zu Hilfe gekommen.

Torben P. legte gestern ein Geständnis ab und sagte: „Meine Tat ist eine Schweinerei und durch nichts zu entschuldigen.” Er habe keine Erklärung für die Tat und gab an, dass er zu diesem Zeitpunkt betrunken gewesen sei. Er habe sich verteidigen wollen. Die Attacke am Osterwochenende hatte deutschlandweit für Entsetzen gesorgt. Überwachungsbilder zeigten, wie ein harmloses Wortgefecht zwischen Unbekannten in Sekunden in einen Gewaltexzess umkippte – und dass von mehreren Zeugen nur ein einziger eingriff. Haupttäter Torben P. und sein späteres Opfer, der Handwerker Marcus P. (29), gerieten auf einer Bank am Bahnsteig aneinander. Dann sprang Torben P. auf und schlug den 29-Jährigen nieder.

Erst der bayerische Tourist Georg Baur stoppte die Attacke: Mutig ging er dazwischen, nahm Torben P. in den Schwitzkasten und schlug ihn und den mitangeklagten Nico A. schließlich in die Flucht. Marcus P. erlitt durch den Angriff schwere Verletzungen, verlor das Bewusstsein. Er kam mit einem Schädel-Hirn-Trauma und Platzwunden in eine Klinik und braucht bis heute psychologische Hilfe. Georg Bauer, der Marcus P. durch seine Zivilcourage das Leben rettete, sagt über sein Handeln: „Das war für mich eine Selbstverständlichkeit.” Entsetzt sei er aber, dass von rund 15 Passanten keiner geholfen hätte. Für seine Zivilcourage zeichnete ihn Ministerpräsident Horst Seehofer im Mai mit der Bayerischen Rettungsmedaille aus, Aktenzeichen XY hat ihn für den mit 10.000 Euro dotierten „XY-Preis” nominiert.

 

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