Gewalt seit 2010 verdreifacht UN: "Tödliches Jahrzehnt" für Kinder in Krisengebieten

Zwei syrische Jungen gehen Hand in Hand an zerstörten Häusern vorbei. Foto: Mohammed Badra/epa/dpa/dpa

Seit 2010 hat Unicef 170.000 schwere Misshandlungen von Kindern nachgewiesen - rund 45 Misshandlungen pro Tag. Das entspreche einer Verdreifachung zum vergangenen Jahrzehnt. Besonders schlimm trifft es Kinder in Syrien, im Jemen und im Kongo.

 

New York - Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die nachgewiesenen Gewalttaten gegen Kinder in Krisengebieten einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef zufolge fast verdreifacht. Ein "tödliches Jahrzehnt" für Kinder gehe seinem Ende zu, teilte Unicef in der Nacht zum Montag mit.

Seit 2010 seien insgesamt 170.000 schwere Misshandlungen von Kindern in Krisengebieten nachgewiesen worden - durchschnittlich 45 pro Tag. Darunter fielen zum Beispiel Tötungen, Verstümmelungen, sexuelle Gewalt, Entführungen oder Angriffe auf Schulen oder Krankenhäuser.

2018 wiesen die Vereinten Nationen 24.000 solcher Taten nach - fast dreimal so viele wie noch 2010, auch weil mehr für die Erfassung und Verifizierung der Taten getan wird. "Konflikte auf der Welt dauern länger, lösen mehr Blutvergießen aus und kosten mehr junge Leben", sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. Besonders schlimm sei es derzeit für Kinder unter anderem in Syrien, im Kongo und im Jemen. Das Kinderhilfswerk rief zu einem besseren Schutz von Kindern in Krisengebieten weltweit auf.

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