Getötete Mädchen Mordfall Krailling: Wann redet er endlich?

Hat er seine Nichten umgebracht? Dieses Bild des Verdächtigen stellt uns eine Künstlerin zur Verfügung, die im Würmtal gearbeitet hat. Foto: dpa/az

Auch in umfassenden Verhören bleibt Thomas S. stumm. Die Sonderkommission sucht weiter nach Spuren.

 

München - Der tatverdächtige Onkel der beiden ermordeten Mädchen aus dem Münchner Vorort Krailling schweigt beharrlich. „Er macht weiter keine Angaben zum Tatvorwurf“, sagte Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich am Dienstag. Die Ermittler sehen den nicht geständigen Familienvater durch eine DNS-Spur am Tatort überführt.

Die Mordkommission sucht aber mit Hochdruck nach weiteren einschlägigen Spuren und Hinweisen, wie Polizeisprecher Wolfgang Wenger sagte. Bislang gibt es keinen Zeugen, der den 50-Jährigen in der Mordnacht in Krailling gesehen hat. Nach einem Medienbericht hat ihm die Ehefrau ein Alibi gegeben. Wenger stellte klar, dass die 31-köpfige Sonderkommission „Margarete“ weiter in voller Besetzung arbeite. „Jetzt beginnt die Kleinstarbeit.“ Jeder Spur werde akribisch nachgegangen.

Offenbar wegen Suizidgefahr wurde der Tatverdächtige in Untersuchungshaft auf die Krankenstation verlegt. Wenger sprach von einem „normalen Vorgang“ in solchen Fällen. Der „Bild“-Zeitung zufolge ist der Mann dort in einem Mehrbettzimmer mit vier Häftlingen untergebracht, die auf ihn aufpassen sollen und als „nicht gewaltbereit“ gelten. 

„Kindermörder weit unten in der Gefängnishierarchie“

Dem Kriminologen Christian Pfeiffer zufolge ist der Schutz auch deshalb notwendig, weil der Tatverdächtige mit massiven Repressalien von Mitgefangenen rechnen müsse. „Kindermörder stehen in der Gefängnishierarchie ziemlich weit unten“, sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen dem Hörfunksender Antenne Bayern. In den USA würden solche Straftäter nicht selten mit dem Tode bedroht.

Am Samstag hatte ein Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen den Mann wegen zweifachen Mordes erlassen. Das Motiv ist unklar, in Medien ist von Erbstreitigkeiten die Rede. Die Mutter hatte ihre acht- und elfjährigen Töchter Chiara und Sharon am Morgen des 24. März in der unverschlossenen Wohnung in Krailling tot aufgefunden. Am Freitagnachmittag wurde ihr Schwager im oberbayerischen Peißenberg festgenommen.

 

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