Gesund bleiben Tipps vom Experten: Die gesunde Kraft des Wassers

Auch in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen lassen sich Kneipp-Anwendungen gut durchführen - unter der Dusche im eigenen Badezimmer. Oder auch mit Fußbädern. Foto: Imago

Wer sein Immunsystem stärken will, kann das mit Wechselbädern und -duschen tun, empfiehlt Dr. Ruediger Dahlke: Die Abwehrsteigerung sei schon nach einer Woche deutlich spürbar.

 

MünchenDie wichtigste Basis für eine gute Gesundheit ist das körperliche Immunsystem. Wenn es in Balance ist, haben unsichtbare Angreifer wie Viren, Bakterien oder andere Keime kaum eine Chance, die Oberhand zu gewinnen. Wer über eine stabile Abwehrfunktion – besonders in Grippe- und Erkältungszeiten – verfügt, ist klar im Vorteil.

Wie man die Immunsituation des Körpers mit Maßnahmen der Naturheilkunde fordert und dadurch fördert, darüber berichtet der Experte Dr. Ruediger Dahlke in seinem neuen Gesundheitsratgeber (Bild links: "Schutz vor Infektionen", erscheint am 4. April im Terzium-Verlag). Alles, was sich zur Abwehrsteigerung und zum Aufbau eines vitalen Immunsystems nutzen ließe, so Dahlke, sei für uns hilfreich und notwendig.

Notwendig – in Zeiten pandemischer Infektionsgefahren sogar in sehr wörtlichem Sinn, denn ohne die Wende in unseren Köpfen wäre auch der gesundheitliche Notstand nicht abzuwenden, konstatiert der Mediziner. Wobei die Wahrscheinlichkeit zu erkranken in Wahrheit geringer sei, als die allgemeine Stimmungslage glauben machen wolle, schreibt Dahlke. Die AZ bildet in dieser Serie einige seiner Empfehlungen ab:

Das Immunsystem Fördern und Fordern

Speziell um unsere Immunkraft zu stützen, dürfe man sich auch gut und gern von Heilmitteln und Maßnahmen aus der Naturheilkunde unterstützen lassen. Es sei auch ein Stück Lebensqualität und tue Körper, Geist und Seele gleichermaßen gut. Neben dem von der Wissenschaft bestätigten Fasten als Quell von Gesundheit könne man das Abwehrsystem durch Kneippsche Anwendungen fördern und fordern, merkt Dahlke an.

Die meisten Anwendungen, die Pfarrer Sebastian Kneipp (1821–1897, d. Red.) in seiner "Ordnungs-Therapie" empfiehlt, führten zu allmählicher Abhärtung und brächten das Immunsystem auf Touren.

Ob man nackten Fußes durch einen eiskalten Bach watet und anschließend Socken und Schuhe über die nasskalten Füße ziehe und diese sich vertritt, bis sie wieder warm würden, oder sich morgens am Ende des Duschens länger kalt dusche und anschließend bewegt, bis man wieder wohlig warm ist, ob man Arm- oder Fußbäder mache – immer sei die Idee die gleiche: einen Kälte-Reiz zu setzen und dem Organismus die Chance und vor allem die Zeit geben, diesen auswirken und ins Gegenteil – nämlich angenehme Wärmebildung – umschlagen zu lassen, erklärt Mediziner Dahlke.

Tautreten im Storchengang: Abhärtung für den Organismus

Barfuß im Schnee zu gehen – oder sich zu wälzen! – und sich anschließend wieder warm zu laufen, das wäre ebenso empfehlenswert wie das legendäre morgendliche Tautreten im Storchengang: Stets würde der Organismus mit einem Reiz herausgefordert, um dann anschließend die Zeit zu bekommen, sich nicht nur zu erholen, sondern "ins Gegenteil hinein" zu reagieren.

Anhänger der Kneippschen Anwendungen seien durch die Kaltwasser-Kuren weniger anfällig für Erkältungs- und Grippe-Viren und würden gegebenenfalls besser und rascher damit fertig werden.

Wasseranwendungen für Gesundheit und Wohlbefinden

Die von Sebastian Kneipp entwickelten Wasseranwendungen und ihre positiven Auswir kungen auf Wohlbefinden und Immunsystem sollten die Menschen in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr durch neuartige Vi ren aufhorchen lassen. Experte Dahlke selbst setzt bei seiner eigenen Stärkung des Abwehrsystems auf Ganzkörper Kneipp-Methoden.

Er drückt es so aus: "Ich selbst liebe es, zwischen eiskaltem Wasser für einige Schwimmzüge und kör perwarmem (Thermal-)Wasser zum Wieder-Aufwärmen zu wechseln." Eine enorme Durchblutungsverbesserung, die sich im warmen Wasser mit deutlichem Kribbeln im ganzen Körper äußere, sei dabei der wohltuende Effekt und brächte das System so richtig auf Touren.

Die Abwehrsteigerung sei schon nach einer Woche deutlich zu spüren: Man fühle sich insgesamt einfach stärker. Dass Fordern erkennbar fördere und sich wohltuend auf Körper und Geist auswirke, erklärt Dahlke, würden Kneipp-Übungen wundervoll deutlich machen. Man solle allerdings ebenso darauf achten, den Körper nicht zu überfordern. Also niemals in moderner Hetze und Hektik einen weiteren Reiz setzen, ehe der ursprüngliche ausgewirkt hätte!

Hydrotherapeutische Anwendungen im Überblick

Zu den Wasseranwendungen nach Kneipp gehören:

  • Rückengüsse, Schenkelgüsse, Kniegüsse und Obergüsse. Teil- und Ganzkörperwickel, sowie Waschungen und das beschriebene Wassertreten. Sie können je nach Patient heiß, kalt oder wechselwarm durchgeführt werden. 

  • Kalte Gesichtsgüsse sollen bei Spannungskopfschmerz und Migräne helfen.

  • Warme Wirbelsäulengüsse werden zur Entspannung der Rückenmuskulatur angewendet.

  • Kalte Brustgüsse stärken die Abwehrkräfte, warme Brustgüsse sind bei Atemwegserkrankungen empfohlen.

  • Kalte Knie- und Schenkelgüsse regulieren den Blutdruck, erweitern die Arterien, fördern die Durchblutung, wirken beruhigend und schlaffördernd.

Lesen Sie hier den ersten Teil der Serie: So bleiben Sie währen der Corona-Zeit gesund

 

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