Gerichtsurteil Falsche LKA-Beamte im Einsatz

Sie sollen sich als LKA-Beamte ausgegeben haben Foto: Ludwig Vaitl / Onlineredaktion

Zwei Männer sollen sich als Personenschützer ausgegeben haben. Die bestreiten das vehement.

 

München - Vielleicht wird sich nicht mehr klären lassen, was am 30. September 2016 an der Wiesn-Absperrung Theresienhöhe/Hans-Fischer-Straße tatsächlich passiert ist. Laut Anklage haben sich zwei Männer, und zwar nach Überzeugung der Ermittler die beiden Angeklagten (54 und 55 Jahre alt), an diesem Tag gegen 18.35 Uhr gegenüber der Bereitschaftspolizei als Personenschützer des LKA ausgegeben. Zuerst habe der 55-Jährige den zuständigen Gruppenleiter aufgefordert, doch bitte zwei Fahrzeuge durchzulassen.

Wenig später kamen die zwei Autos und dann soll der ein Jahr jüngere Mann, ein ehemaliger LKA-Beamter, seinen alten Dienstausweis präsentiert haben. Doch der Gruppenleiter wurde misstrauisch. Ein Verfahren wegen Amtsanmaßung wurde eingeleitet. Liegt vielleicht eine Verwechslung vor? Der 55-Jährige gibt jedenfalls an, dass er mit seinen Nachbarn lange Zeit im Hofbräuzelt gefeiert habe und lediglich einmal zur Toilette gegangen sei. „Sonst war nichts“, sagt er.

Auch der Mitangeklagte bestreitet vehement alle Vorwürfe. Ob Amtsrichterin Sylvia Silberzweig ihnen glaubt, bleibt offen. Sie spricht die Männer zwar frei. Aber nicht etwa, weil bewiesen worden wäre, dass es sich um eine Verwechslung handelt. Sondern weil die Staatsanwaltschaft inzwischen festgestellt hat, dass selbst, wenn die Vorwürfe stimmen, es keinen Fall der Amtsanmaßung gibt. Und das aus dem ganz einfachen Grund, weil das LKA der Bereitschaftspolizei keinerlei Anweisungen geben darf. Die Angeklagten sagen, sie hätten gerne bewiesen, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. Den Freispruch aus anderen Gründen akzeptieren sie eher widerwillig.

 

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