Gerichtsentscheidung Kirmaier-Klage TSV 1860: Präsident Mayrhofer zu Unrecht im Amt

Ungültige Abstimmung: Gerhard Mayrhofer bei seiner Wahl zum Präsidenten im Juli 2013 Foto: imago

Kläger Kirmaier bekommt Recht gesprochen: Das Landgericht erklärt die Wahl des Präsidenten am Freitag für nichtig. Wie es jetzt bei den Löwen weitergeht.

 

MÜNCHEN - Es ist der nächste Akt einer nicht enden wollenden Posse beim TSV 1860: Die Wahl von Gerhard Mayrhofer zum Präsidenten ist ungültig. Am Freitag herrschte deshalb große Verwirrung im Justizpalast. Wer ist denn jetzt Präsident? Nach wie vor Mayrhofer – oder doch Vorgänger Hep Monatzeder, oder gar Vor-Vorgänger Dieter Schneider?

Der Grund: ein Urteil des Landgerichts. Das Gericht hatte die Klagen des 1860-Mitglieds Helmut Kirmaier zwar in den meisten Teilen abgewiesen. In einem entscheidenden Punkt urteilte die Richterin Christina Weitnauer aber, dass Kirmaiers Klage stattgegeben wird: „Es wird festgestellt, dass sämtliche in der Mitgliederversammlung des Beklagten am 14.7.2013 gefassten Beschlüsse und durchgeführten Wahlen ungültig und nichtig sind.“

Also auch die Wahl von Mayrhofer zum Präsidenten der Löwen. Ein Jahr lang wurde 1860 also von einem Präsidenten ohne Legitimation geführt. Die Gründe für das Urteil werden den Parteien vom Gericht noch zugestellt.

Ein möglicher Grund für die Ungültigkeit: Mayrhofer-Vorgänger und Interims-Präsident Hep Monatzeder fehlte laut Vereinssatzung die Legitimation, um zur Delegiertenversammlung einzuladen. Die hatte dann beschlossen, die Mitglieder den Präsidenten wählen zu lassen. Ein wohl ungültiger Beschluss. Mayrhofer war dann im Juli 2013 von 923 Mitgliedern mit überwältigender Mehrheit zum Nachfolger von Monatzeder gekürt worden.

Im Übrigen wies die Richterin die Klage Kirmaiers ab. Von den Kosten des Rechtsstreits müsse der Kläger deshalb drei Viertel tragen. Was wiederum 1860-Anwalt Guido Kambli veranlasste, von einem „3:1-Sieg“ für die Löwen zu reden.

Ein wichtiger Trost für Mayrhofer wird sein, dass er vorläufig weiter als Präsident arbeiten kann. Zumindest solange bis das Urteil, gegen das beide Seiten noch Berufung einlegen können, rechtskräftig ist. Die Fans müssten sich daher „keine Sorgen machen“, sagt Guido Kambli. „Wir haben ein voll funktionsfähiges Präsidium.“

Stellt sich die Frage: Wer darf eigentlich zur nächsten Präsidenten-Wahl wie einladen? Die ist ja jetzt notwendig geworden, um einen legitimierten Präsidenten zu bekommen. Um der nächsten Verwirrung vorzubeugen, empfiehlt es sich für die Löwen jedenfalls, sich in dieser Ladungsfrage guten juristischen Rat einzuholen.

 

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