Gericht München: Exhibitionist auf Kinderspielplatz

Manfred N. (53) vor dem Münchner Amtsgericht. Foto: th

Der 53-jährige Arbeitslose belästigt zwei junge Mütter. Es kommt zum Prozess vor dem Münchner Amtsgericht. Angeklagter gesteht.

 

München -  „Normalerweise ist das nicht meine Art, dass ich mir in der Öffentlichkeit in die Hose fasse“, sagt Hartz-IV-Empfänger Manfred N. (53). Der gelernte Schriftsetzer steht wegen exhibitionistischer Handlungen vor dem Münchner Amtsgericht.

Nach Erkenntnis der Ermittler soll er am 2. August diesen Jahres gegen 20 Uhr auf einem Spielplatz in Feldmoching-Hasenbergl seine Hose geöffnet haben und sich vor den Augen vieler Kinder und zweier Mütter an seinem Geschlechtsteil befummelt haben. Außerdem beschimpfte er sie. „Ich schäme mich in Grund und Boden. Nach drei Jahren ohne Alkohol hatte ich damals einen Rückfall“, gesteht der Angeklagte, der sich an den Vorfall angeblich nicht mehr erinnern kann.

Ein polizeilicher Alkoholtest am Tatort ergab drei Promille. Die beiden türkischen Frauen können sich aber noch gut erinnern. Die 32-jährige Hausfrau erzählt: „Ich saß mit einer Freundin auf einer Bank. Unsere Kinder spielten. Dann kam der Mann, der fragte, wem gehören die vielen Kinder? Ich sagte, mir und meiner Freundin.“

Manfred N. soll gesagt haben: „So viele Kinder sind in Deutschland verboten. Warum bringt ihr so viele Kinder auf die Welt?“ Die Mutter antwortet: „Das ist doch meine Sache.“ Plötzlich soll er seine Hose geöffnet, sein Geschlechtsteil rausgeholt und befummelt haben.

Die Mutter: „Er streckte noch die Zunge raus und sagte zu mir: Mach’ mir auch ein Kind!“ Die beiden Mütter versuchen ihn zu vertreiben, drohen mit der Polizei. Der Angeklagte habe gesagt: „Dann ruf doch die Polizei!“ Die andere Frau (28) erinnert sich: „Der Mann konnte kaum noch gehen. Er war betrunken.“

Die Polizei beendete schließlich die Sex-Attacke. Der Angeklagte und Großvater von zwei Enkelkindern entschuldigte sich bereits kurz nach der Tat bei den Frauen. Im Gerichtssaal bestätigen sie: „Wir haben ihn danach, ohne Alkohol, als netten und höflichen Menschen kennen gelernt.“ Das führt zu einem milden Urteil: vier Monate Haft auf Bewährung.

 

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