Gericht kippt Vergabe an Urban League Kulturstrand: Auswahlverfahren der Stadt war fehlerhaft!

, aktualisiert am 31.05.2016 - 18:28 Uhr
Die Vergabe an die Urban League Gmbh war laut Verwaltungsgericht nicht rechtens. Der Streit geht also weiter. Foto: AZ-Archiv

Das Verwaltungsgericht München hat der Klage der Urbanauten stattgegeben und die Vergabe des Kulturstrandes 2016 an die Urban League GmbH gekippt. Das Auswahlverfahren der Stadt ist in einigen Punkten fehlerhaft, urteilten die Richter.

 

München - Der Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen steht auf der Kippe. Das Verwaltungsgericht München beanstandete gestern das Vergabeverfahren des KVR und forderte die Behörde auf, bei der Bewertung der einzelnen Bewerber noch einmal nachzubessern.

Bei den Urbanauten war der Jubel über diese Entscheidung natürlich groß. Vollkommen überraschend hatten heuer nicht sie den Zuschlag für die Isarsause bekommen, sondern die Urban League von Zehra Spindler und Dierk Beyer. „Schade, dass das dieses Jahr so furchtbar schief gelaufen ist“, so Urbanauten-Chef Benjamin David.

Damit trotz aller juristischen Reibereien heuer vielleicht doch noch ein Kulturstrand stattfinden kann, will das KVR auf eine Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof verzichten. Stattdessen will die Behörde innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen das Auswahlverfahren wiederholen. Durch die Verzögerung verlorengegangene Tage sollen am Ende der Veranstaltung drangehängt werden.

Wer den Kulturstrand ausrichten wird, ist jetzt allerdings wieder vollkommen offen. Das Verwaltungsgericht hatte gestern kritisiert, dass das KVR bei Kriterien, bei denen es keine Erfahrung mit der Urban League hatte, einfach Durchschnittspunkte vergeben hat. Dieses Vorgehen bewertete das Gericht als „nicht schlüssig und nicht nachvollziehbar“.

Sollten bei der erneuten Bewertung nun jedoch die Urbanauten als Sieger hervorgehen, so steht dem KVR neuer Ärger ins Haus. Sie wolle zunächst mal den Bescheid abwarten, so Urban-League-Chefin Zehra Spindler, aber natürlich hätten sie und ihr Partner Dierk Beyer nach der erfolgreichen Bewerbung bereits gehörig Zeit und Geld in die Planung des Kulturstrands gesteckt. Auf diesen Kosten würde sie nur äußerst ungern sitzenbleiben.

Damit sich so ein Gerangel wie heuer nicht wiederholt, schlagen die Urbanauten vor, den Kulturstrand nicht Jahr für Jahr aufs Neue zu vergeben, sondern gleich für zehn Jahre. Nerven schonen würde das wohl bei allen Beteiligten.  

 

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