Gericht Kick-Boxer haut Kellner (29) um

Der Kick-Box-Weltmeister Besim Kabashi beim Training. Foto: AZ

Der amtierende Weltmeister Besim Kabashi (35) steht wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht - er soll einen Kellner verprügelt haben.

MÜNCHEN - Amtsrichterin Gertrud Schröder fragt Strafverteidiger Klaus Schickler: „Ich hoffe, sie haben ihren Mandant im Griff. Oder müssen wir Angst haben?“ Schickler schüttelt den Kopf: „Mein Mandant ist ganz ruhig.“ Angst vor dem zweimaligen Kick-Box-Weltmeister Besim Kabashi (35): Die Kampfmaschine steht wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Münchner Amtsgericht.

In einem Wiesn-Zelt soll er einen Kellner verprügelt haben. Die Richterin hat aus Sicherheitsgründen zwei bewaffnete Justizwachleute vor den Sitzungssaal 36 beordert. Besim Kabashi kommt mit fünf Minuten Verspätung. Grauer Pulli, weißes Hemd, Jeans, randlose Brille – der Sportler macht nicht den Eindruck eines bösen Jungen und beantwortet brav alle Fragen.

Es geht um die Vorfälle am 27. September 2010, gegen 18.50 Uhr, im Augustiner-Zelt: Zwei Tage zuvor war Besim Kabashi zum zweiten Mal Kick-Box-Weltmeister geworden. „Ich wollte mit Freunden feiern“, erinnert sich der Angeklagte und erzählt weiter: „Wir waren zuerst im Paulaner. Da habe ich drei Maß getrunken. Ich vertrage keinen Alkohol, weil ich nicht viel trinke.“ Kabashi zieht mit seinen fünf Kumpels weiter, sie landen zuletzt im Augustiner: „Ich weiß noch, dass wir auf die Galerie gegangen sind und mindestens jeder eine Maß getrunken hat.

Danach hatte ich einen Filmriss.“ Er betont: „Ich habe mich noch nie geschlägert.“ Laut Anklage soll er den Kellner Sebastian A. (29) erst in den Rücken geschlagen und mindestens 15 Faustschläge sowie Fußtritte verpasst haben. Motiv: Der Angeklagte sollte die Galerie verlassen, weil sie von Ludwig Beck reserviert war. Da habe er zugeschlagen.

Bei dem Angriff sei auch eine Frau (61) leicht verletzt worden. Sebastian A. hat einen Nasenbruch, zahlreiche Blessuren, Schmerzen am Steißbein, Beulen am Kopf und einen Riss an der Augenbraue. Er wird zwei Monate krankgeschrieben. Im Zeugenstand sagt er: „Ich hatte nicht den Eindruck, dass er betrunken war. Er hatte müde Augen.“

Ein anderer Kellner, der den Angriff gesehen hat, sagt: „Er hat auf ihn eingeschlagen wie beim Sandsack-Training.“ Vier Security-Leute sind nötig, um den 1,87 großen und 100 Kilo schweren Besim Kabashi am Boden vor dem Zelt zu fixieren. Es kommt noch ein fünfter Sicherheitsmann dazu, der ihn am Hals packt und ihm die Luft ein wenig abdrückt.

Ein Security-Mann erinnert sich: „Er hat versucht, sich zu befreien, schlug wie wild um sich.“ Die alarmierte Polizei nimmt nur seine Personalien auf. Dann darf der Kick-Boxer wieder gehen. Dies ist in dem Verfahren ein großes Problem. Die Polizei hat keinen Alkoholtest gemacht. Deshalb gibt es keine Promille-Werte in dem Fall. Die fünf Zeugen machen unterschiedliche Angaben – von nüchtern bis stark betrunken. Jetzt werden weitere Zeugen vernommen. Am 16. Dezember kämpft Kabashi erneut um den WM-Titel.

 

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