Geplante Finanztransaktionssteuer Neue Steuer soll Spekulanten einbremsen

Lange war sie verpönt, heute beraten die EU- Finanzminister über eine Börsen-Abgabe.

 

BRÜSSEL Früher machten sich nur vereinzelt Ökonomen für sie stark, die von ihrer Zunft nachsichtig belächelt wurden, oder Linke wie Oskar Lafontaine. Die US-Finanzmarktkrise und die Schuldenkrise in Europa hat die Finanztransaktionssteuer aber hoffähig gemacht. Heute beraten die EU-Finanzminister über sie.

Wie funktioniert die Steuer? Je nachdem, wie die Details festgelegt werden, funktioniert die Finanztransaktionssteuer wie eine Extra-Umsatzsteuer auf alle Börsengeschäfte oder auf einen Teil davon. Sie bewirkt also, dass es für Investoren weniger lukrativ wird, in schneller Folge Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen. Solche kurzfristigen Spekulationen können Kursausschläge an den Börsen verstärken. Werden sie eingeschränkt, sind die Kurse stabiler, heißt es.

Was spricht gegen die Steuer? Anleger könnten auf London oder New York ausweichen. Die Verlierer wären die anderen Börsen, vor allem Frankfurt. Die Fondsgesellschaft Union Investment warnt außerdem: Fonds, die an der Börse spekulieren, würden die Kosten an ihre Kunden, die Privatanleger, weiterreichen. Ein Kunde, der monatlich 100 Euro spare, würde so innerhalb von 30 Jahren 5633 Euro los.

Andere Experten glauben aber nicht an große Belastungen für den Privatanleger. Sie sagen, dass ruhigere Börsen dazu führen würden, dass Fonds nicht mehr hektisch kaufen und verkaufen.

Wie viel Geld brächte die Steuer? 17 bis 36 Milliarden Euro für Deutschland, hat das Institut für Wirtschaftsforschung errechnet. Die gesamte EU könnte sogar mit bis zu 250 Milliarden rechnen.

 

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