Generation Y und der berufliche Erfolg Dauerhafter Kurswechsel oder Eintagsfliege am Startup-Himmel?

Die Generation Y möchte ihr Potenzial besser nutzen. Berufliche Selbstverwirklichung geht vor Karriere. Foto: @ rawpixel (CC0-Lizenz)/pixabay.com

Es ist nicht zu leugnen: In der Arbeitswelt hat ein Umdenken eingesetzt. Flexiblere Arbeitszeitenmodelle, Elternzeit für Väter, die Verlegung von Arbeitsplätzen ins Home Office. Die Gründe, die Folgen...

 

München - Die Liste der Veränderungen, die in manchen Branchen nach und nach Einzug halten, könnte noch um einige Punkte ergänzt werden. Es ist das Lebensgefühl der Generation Y, das in diesem Umdenken spürbar wird. Aber wer sind diese Menschen, die scheinbar ausgezogen sind, um ein paar grundlegende Reformen umzusetzen? Das Internetportal gruenderszene.de hat dieser Frage einen umfangreichen Beitrag gewidmet. Gemeint sind die Menschen, die ungefähr zwischen 1980 und 1995 geboren wurden und die inzwischen zu großen Teilen teils erfolgreich in der Arbeitswelt angekommen sind.

Abgeleitet wird der Begriff nicht nur aus der Nachfolge der Generation X, unter der die Menschen gefasst werden, die zwischen 1965 und 1980 geboren wurden, sondern auch vom englischen Wort „Why“, das „Warum“ bedeutet. Damit wird ein ganz charakteristisches Merkmal der Generation Y deutlich. Diese Menschen stellen Fragen. Sie stellen Fragen zum Sinn des Lebens, zur aktuellen Politik und den Umweltproblematiken unserer Zeit, und eben auch zu ihrer beruflichen Entwicklung. Lebte die Generation X noch weitgehend nach dem Motto „Lebe, um zu arbeiten“, ist die Nachfolgegeneration nicht mehr so karriereorientiert. Auch diesen Menschen ist klar, dass Leben ohne Arbeiten langfristig nicht möglich ist. Allerdings möchten sie einer Tätigkeit nachgehen, in der sie täglich einen Sinn sehen können. Und sie möchten nicht mehr Zeit mit Arbeit als mit Leben verbringen. Work-Life-Balance ist ein ganz wichtiges Stichwort der Generation Y. Genau an dieser Stelle kommt häufig das Thema Selbstständigkeit ins Gespräch.

Es ist der Traum, den so viele Menschen im Berufsleben schon einmal geträumt haben: Da ist eine zündende Idee, die sich zu einem vielversprechenden Geschäftsmodell weiterentwickelt und plötzlich ist sie da, die lang ersehnte berufliche Selbstständigkeit. Beruflich unabhängig zu sein erscheint für viele Berufstätige erstrebenswert – besonders für die Y-ler.

Die aktuellen Gegebenheiten in der Wirtschaft kommen den Zielen dieser neuen Generation wahrlich entgegen. Es war noch nie so einfach wie heute, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Startups haben Hochkonjunktur und dürfen sich über zahlreiche Finanzierungshilfen freuen. Aber nicht immer reicht eine clevere Geschäftsidee allein aus, um auch langfristig Erfolg zu haben. In so manchem frisch gegründeten Unternehmen gehen trotz eines zunächst vielversprechenden Starts nur allzu schnell wieder die Lichter aus. Was bleibt dann noch vom Traum der beruflichen Selbstständigkeit? Muss die Generation Y früher oder später einsehen, dass früher eben doch alles besser war oder werden hier und heute die Weichen für eine völlig neue Zukunft in der Arbeitswelt gestellt?

Generation Y träumt von der Selbstständigkeit

Die Gründe hierfür lassen sich nach Angaben des Internetportals arbeits-abc.de leicht zusammenfassen:

- Die von der Generation Y hoch gepriesene Work-Life-Balance erfordert mehr Flexibilität im Arbeitsleben, die nur durch eine berufliche Selbstständigkeit erreicht werden kann.
- Die klassische Karriere steht für die Zugehörigen der Generation Y nicht mehr so sehr im Vordergrund wie Selbstverwirklichung durch eine sinnvolle Tätigkeit und Qualitätszeit mit der Familie.
- Viele Entwicklungsmöglichkeiten bringen die Qual der Wahl mit sich und inzwischen auch Lebensläufe, die von häufigen Wechseln, Neuorientierungen und Quereinstiegen geprägt sind. Dies kann zu Freiheit aber auch zu Unsicherheit führen.
- Häufige Ortswechsel aus beruflichen oder privaten Gründen (zum Beispiel durch das Phänomen Patchworkfamilie) gehören heute zum Alltag und sind in vielen Fällen mit einer beruflichen Selbstständigkeit leichter vereinbar.

Aber woher kommt dieses Denken, das die Arbeitswelt und den gesamten Arbeitsmarkt in vielen Branchen derzeit bis auf die Grundfesten zu erschüttern versucht? Dieser Generation ist wie keiner anderen vor ihr bewusst, dass kaum noch etwas Bestand hat. Der Mensch ist vergänglich, aber so philosophisch muss es gar nicht werden. Auch Aspekte wie Altersarmut, ein Abbau der sicheren Renten und politische Unruhen führen dazu, dass immer mehr Menschen im Hier und Jetzt leben möchten und ihre Freiheit und den Traum von der beruflichen und privaten Selbstverwirklichung nicht mehr auf die lange Bank schieben.

Damit grenzt sich die Generation Y deutlich von ihrem Vorgängermodell, der Generation X ab. Für die zwischen 1965 und 1980 Geborenen war eine möglichst stringente Karriere noch der vorgegebene Weg. Beruflicher Erfolg war für viele Menschen gleichzusetzen mit einem unbefristeten Vertrag im industriellen Bereich, der die Möglichkeit in Aussicht stellte, alle paar Jahre eine weitere Stufe der Karriereleiter zu erklimmen. Sicherheit und Geradlinigkeit standen an erster Stelle. Berufliche Risiken, die einen Knick im Lebenslauf mit sich bringen konnten, waren nicht besonders beliebt.

Ganz anders sind dagegen die Vorstellungen der Generation Y. Beruflicher Erfolg ist auch ihr wichtig, aber nicht um jeden Preis. Diese häufig akademisch sehr gebildete Generation möchte sich beruflich verwirklichen und etwas Sinnvolles tun, ihren Arbeitsplatz sogar nach Möglichkeit aktiv mitgestalten. Es mag also wenig überraschen, dass die Selbstständigkeit für die 25-35 Jährigen mit viel Potenzial eine interessante Perspektive darstellt.

Finanzierung des eigenen Unternehmens leicht gemacht

Dass so viele Angestellte früher oder später tatsächlich den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit wagen, liegt vor allem an den günstigen Konditionen und den zahlreichen Unterstützungsmöglichkeiten, die für Unternehmensgründer heute bereitgestellt werden. Die moderne Wirtschaft fördert Neugründungen, wie zum Beispiel die äußerst beliebten Startups, ausdrücklich, und das nicht erst seit dem erfolgreichen Showkonzept „Die Höhle der Löwen“. Banken und Finanzdienstleister haben sich vielfach sogar auf die Förderung junger Unternehmen mit verschiedensten Finanzierungskonzepten spezialisiert.

Das auf die Finanzierung von Mittelstandsunternehmen fokussierte Finanzportal Compeon ist nur einer von zahlreichen Finanzdienstleistern, die Unternehmer, Unternehmensgründer und solche, die den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit noch planen, mit Banken und Kreditinstituten zusammenbringen mit dem Ziel, unterschiedlichste unternehmerische Projekte umzusetzen. Die Bandbreite an finanziellen Unterstützungsangeboten ist ebenso umfangreich wie verwirrend. Da gibt es Firmenkredite, Gründer- und Wachstumsfinanzierungen, KfW-Kredite und Förderungen, Investitionskredite, Projektfinanzierungen und so weiter und so fort. Es scheint, als sei für jedes Geschäftsmodell und jeden Schritt auf dem Weg zur Unternehmensgründung das richtige Finanzierungskonzept dabei, und wahrscheinlich ist das auch so. Für die mutigen und ambitionierten Unternehmensgründer der Generation Y bleibt dabei nur noch die Schwierigkeit, das richtige Konzept für die eigene Unternehmensidee herauszufiltern.

Glücklicherweise ist die Generation Y per definitionem aber nicht nur äußerst kritisch und weiß genau, was sie will. Sie ist auch die erste Generation der so genannten „Digital Natives“. Damit sind Menschen gemeint, die von Geburt an mit den technischen Möglichkeiten in Berührung gekommen sind, die die Digitalisierung mit sich bringt. Schon Kleinkinder können heute ein Smartphone bedienen. Die Arbeit am Computer müssen die Digital Natives nicht erst mühsam erlernen, sie wachsen bereits damit auf. Und die Möglichkeiten, die das Internet zu Recherche- und Informationszwecken bietet, sind für die Generation Y zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Das macht es nicht nur einfacher, viele vorbereitende Schritte für die berufliche Selbstständigkeit direkt vom heimischen Computer aus zu erledigen – auch die Internationalität hilft hierbei, flexibel und unabhängig zu arbeiten.

 

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