Geldkurier muss hinter Gitter Fake-Polizisten wollen Münchner Rentner um tausende Euro betrügen

Falsche Polizisten wollten einen Münchner Rentner um tausende Euro betrügen - der Geldkurier wurde bei der Tat festgenommen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Ein junger Mann hat sich vergangenes Jahr von Kriminellen anwerben lassen, um einen gehbehinderten Rentner mittels Polizistenmasche um tausende Euro zu betrügen. Nun ist er vom Münchner Amtsgericht verurteilt worden.

 

München - Die Polizistenmasche ist einer der skrupellosesten Betrügertricks, die es gibt. Ein junger Mann, der einen Münchner Rentner im vergangenen Jahr mit eben jener Masche um dessen Vermögen bringen sollte, ist nun vom Amtsgericht verurteilt worden.

Ende Oktober 2018 wurde der 75-Jährige von einem Mann, der sich als "Martin Renz von der Kriminalpolizei" ausgab, angerufen. Dieser erzählte dem Rentner, dass eine rumänische Einbrecherbande bei ihm einsteigen wolle und seine Wertgegenstände deshalb nicht mehr sicher seien. Der Rentner erzählte dem Anrufer im Laufe des Gesprächs, dass er 28.000 Euro auf der Bank habe.

Rentner kontaktiert Polizei - Kurier wird überführt

Da der Rentner nach dem Telefonat stutzig geworden war, rief er die Polizei an. Diese wusste freilich, dass es sich bei dem Anrufer um einen Betrüger handelte und betreute den 75-Jährigen, um die Kriminellen zu überführen.

In der Folge erhielt der Rentner immer wieder Anrufe von den vermeintlichen Polizisten, die ihn baten, 23.000 Euro von seiner Bank abzuheben, da es sich dabei womöglich um Falschgeld handeln könne. Eben jenes Bargeld sollte der später verurteilte Mann entgegennehmen und zu den Hintermännern nach Berlin transportieren. Bei der fingierten Übergabe wurde der 23-Jährige schließlich von Zivilbeamten festgenommen.

Polizistenmasche: Kurier legt Geständnis ab

Vor Gericht legte der Berliner ein Geständnis ab, gab allerdings auch an, nichts von den genauen Hintergründen des Betrugs gewusst zu haben. Er sei kurz vor der Tat in der Spielhalle gewesen und habe einmal mehr das Geld seiner Geschwister verzockt. Dort sei er schließlich von einem Mann angesprochen worden. Dieser habe ihm 1.000 Euro angeboten, wenn er ein Päckchen von München nach Berlin brächte. Nachdem er sich versichert hatte, dass es sich dabei nicht um Drogen handelt, habe er eingewilligt.

Ende Mai dieses Jahres wurde der 23-Jährige vom Schöffengericht am Amtsgericht München zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt. Vor allem die Tatsache, dass der Mann bereits vorbestraft war und sich im Moment der Tat bewusst sein musste, dass es sich bei dem Opfer augenscheinlich um einen gehbehinderten Rentner handelte, spielte in der Urteilsbegründung der Vorsitzenden Richterin eine große Rolle.

Im Video: Schockierender Mitschnitt - Fake-Polizisten am Telefon

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