Geld Überteuerte Prämien bei Punktekarten

Bonuskarten? Füllen nicht unbedingt das Sparschwein Foto: dpa

MÜNCHEN/DÜSSELDORF - Verbraucherschützer warnen: 47 von 50 Prämien-Angebote sind ohne Punkte-Einsatz bei anderen Anbietern viel günstiger. Vermeintliche Schnäppchen gibt’s ohne Karte billiger

 

Rund 100 Millionen Kundenkarten wie Payback und Deutschlandcard sind in der Bundesrepublik im Umlauf. Die Firmen versprechen Kunden gegen Zuzahlung lukrative Prämien. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt jetzt aber: Die Prämien würden überteuert angeboten. Selbst wenn die Kunden ihre Bonuspunkte einsetzten, würden sie zu viel Geld los.

Normalerweise muss wie ein Weltmeister shoppen, wer sich mit der Punktekarte eine Prämie sichern möchte. Die Deutschlandcard offeriert etwa einen Basketballkorb für 5900 Punkte. Wer sich diese Punktezahl bei Edeka verdienen will, muss für 11800 Euro einkaufen. Beim Einkauf in anderen Läden werden Rechnungen über 5900 Euro fällig.

Weil kaum jemand so viele Punkte schafft, setzen die meisten Kunden nur ein paar Hundert Punkte ein und zahlen zu. Dies wird aber ein teures Vergnügen, sagen die Verbraucherschützer, nachdem sie 50 Prämien unter die Lupe genommen haben. 47 der 50 Prämien-Angebote seien ohne Punkte-Einsatz bei anderen Anbietern viel günstiger zu haben – beispielsweise das Hörbuch „Karl May Orientzyklus“, eine Deutschlandcard-Prämie. Ein Händler, den die Experten im Internet ausfindig machten, offerierte die CDs für gerade mal die Hälfte des Prämienpreises. Auch die Prämien, die Marktführer Payback als bis zu „40 Prozent unter UVP“ (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers) anpries, gab es woanders im Schnitt um 20 Prozent billiger.

Die Verbraucherschützer raten deswegen dazu, sich Punkte auszahlen zu lassen – sofern dies das jeweilige Karten-Programm vorsieht. Die Alternative: Die Kunden setzen ihre Punkte, soweit dies möglich ist, beim täglichen Einkauf ein. Wer dagegen die Karte von vorneherein stecken lässt, spart sich den Prämien-Ärger – und die Indiskretion des Handels. Der nutzt nämlich die Karten, um sich ein möglichst lückenloses Bild von den Vorlieben seiner Kunden zu machen.

sun

 

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