Geld Kaufen? Nicht kaufen? Der Endlos-Poker

Hat Karstadt eine Zukunft? - Käufer Berggruen bemüht sich immer noch um Mietminderungen. Foto: dpa

ESSEN - Immer noch ist die Kaufhauskette nicht gerettet: Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen verlangt vom Vermieterkonsortium Highstreet eine deutliche Mietminderung.

 

Spielt er auf Zeit, um die besten Bedingungen für sich herauszuhandeln? Oder sind es wirklich ungeklärte Detailfragen, die Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen davon abhalten, endlich seine Unterschrift unter den Vertrag zu setzen? Immer noch ist die insolvente Kaufhauskette nicht gerettet und hangelt sich von Frist zu Frist, während die 25000 Mitarbeiter um ihre Jobs bangen.

Eigentlich sollte der Übernahmevertrag spätestens am Wochenende unterschrieben werden, aber daraus wurde nichts. Am Dienstag läuft die Frist für den Kauf ab. Eigentlich müsste das Insolvenzgericht jetzt daran gehen, die vorhandenen Vermögenswerte zu verscherbeln, damit die Gläubiger einen Teil ihrer Ansprüche befriedigen können. Woran es derzeit noch hapert, sind die Mietbedingungen für Berggruen. Der deutsch-amerikanische Investor verlangt vom Vermieterkonsortium Highstreet eine deutliche Mietminderung. Highstreet ist dazu grundsätzlich bereit, hat aber Dutzende Gläubiger, die alle ihr Einverständnis geben müssen. Und das kann dauern. Jetzt muss der Insolvenzverwalter vor Gericht die Faktenlage schildern – in der Hoffnung, dass er weiteren Aufschub bekommt.

Die Kaufofferte des italienischen Warenhausbetreibers Maurizio Borletti hat der Gläubigerausschuss verworfen. Das Angebot sei lückenhaft und unseriös, so die Begründung. Metro-Chef Eckhard Cordes macht sich derweil immer noch Hoffnungen auf Karstadt. Er will Karstadt weiterhin mit Metros Kaufhofkette zusammenlegen. In der „Welt am Sonntag“ sagte er, für zwei Ketten sei der deutsche Markt einfach zu klein. „Irgendwann wird es zu einem Zusammenschluss kommen, wann und unter welchen Umständen auch immer.“ Sinnvoll wäre sogar ein europäischer Zusammenschluss.

 

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