Geld Karstadt-Sanierung: Berggruen ruft Politik zur Hilfe

Nicolas Berggruen Foto: dpa

ESSEN - Die Rettung war schon zum Greifen nah, doch jetzt tauchen neue Probleme auf. Der Karstadt-Rettung droht am Streit über die Mieten zu scheitern. Und die Bitten an Berlin werden nicht erhört.

 

Die Sanierung der insolventen Karstadt-Kette schien schon so nah – und ist erneut gefährdet. Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen kann sich mit dem Vermieter der Karstadt-Immobilien nicht auf einen Mietnachlass einigen. Die Politik solle sich als Vermittler einschalten, forderte Berggruen – doch in Berlin will niemand den Mediator geben.

Berggruen verhandelt seit Wochen mit dem Vermieterkonsortium Highstreet, zu dem unter anderem Goldman Sachs und die Deutsche Bank gehören. Ohne eine Einigung droht Karstadt doch noch die Zerschlagung, da Berggruen niedrigere Mieten zur Bedingung für das Inkrafttreten des Kaufvertrages gemacht hat.

Highstreet selbst lehnte jeden Kommentar ab. Im Umfeld des Konsortiums wurden die Vorwürfe allerdings zurückgewiesen. Die Vermieter hätten dem Investor bereits eine Reihe von Angeboten gemacht, doch Berggruen habe sie ausgeschlagen, hieß es. Jetzt versuche der Milliardär, den öffentlichen Druck auf die Vermieter zu erhöhen. Doch dies werde letztlich nichts bewirken. Highstreet bemühe sich, eine Lösung zu finden – aber nicht um jeden Preis.

Branchenkenner hatten bereits unmittelbar nach dem Vertragsabschluss zwischen Berggruen und dem Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg vorhergesagt, dass es zu einem erbitterten Verhandlungspoker zwischen Highstreet und dem Investor kommen werde. Immerhin geht es für beide Seiten um beträchtliche Millionenbeträge.

Aus Berlin handelte sich Berggruen mit seiner Bitte bisher nur Absagen ein. Im Wirtschaftsministerium hieß es, man wolle sich aus den Verhandlungen heraushalten. Platzt die Karstadt-Rettung doch noch, will Konkurrent Metro einen Teil der Warenhäuser für die Kaufhof-Kette übernehmen. sun

 

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