Geld Giesecke: Bestechung mit Hilfe Ferrostaals?

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MÜNCHEN - Der Korruptionsskandal um den Anlagenbauer Ferrostaal, der noch zu 30 Prozent MAN gehört, weitet sich aus. Ferrostaal soll nicht nur jahrelang Schmiergelder bezahlt, sondern auch für andere Firmen die Zahlung von Bestechungsgeldern organisiert haben, berichtet der „Spiegel“.

 

Unter den Firmen sei auch der Münchner Gelddrucker Giesecke & Devrient. Dabei gehe es unter anderem um den Verkauf von fünf Druck- und Prägemaschinen an die staatliche Banknotengesellschaft Indonesiens für mehrere Millionen Euro. Ferro-staal soll den Auftrag vermittelt und über einen Berater vor Ort Bestechungsgelder gezahlt haben. Giesecke & Devrient erklärte, ihnen sei „von Unregelmäßigkeiten bislang nichts bekannt“.

In den Akten der Staatsanwaltschaft finden sich laut Magazin zwei ähnliche Fälle, darunter der einer Firma in der Nähe von Bremen. Ferrostaal soll für sie im Jahr 2006 ein 28-Millionen-Euro-Geschäft über ein Küstenwachboot für die kolumbianische Marine eingefädelt haben. Das Unternehmen habe dafür fünf Prozent Provision eingestrichen. Dafür sollen über Ferrostaal de Colombia Bestechungsgelder an „Entscheidungsträger bei Marine und Ministerium“ geflossen sein, zwischen 625000 und 840000 Euro.

Im Zentrum des aktuellen Schmiergeldskandals stehe jedoch die Lieferung zweier U-Boote an Portugal. Ferrostaal gewann im November 2003 den 880-Millionen-Euro-Auftrag. rob

 

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